Die Dominikanische Republik, auf Spanisch República Dominicana, liegt im mittleren und östlichen Teil der Karibikinsel Hispaniola, die zu den Großen Antillen gehört. Sie ist das meistbesuchte Reiseziel der Karibik – und hat weit mehr zu bieten als die Resortstrände von Punta Cana.
Lage und Landschaft
Die Dominikanische Republik nimmt rund zwei Drittel von Hispaniola ein, den Westen der Insel teilt sie sich mit Haiti. Im Norden grenzt sie an den Atlantik, im Süden an das Karibische Meer. Christoph Kolumbus landete 1492 auf der Insel, Santo Domingo wurde 1496 gegründet und ist damit die älteste durchgehend bewohnte europäische Stadt Amerikas.
Das Land ist erstaunlich gebirgig. Durch die Mitte zieht sich die Cordillera Central mit dem Pico Duarte, der mit 3.098 Metern der höchste Berg der gesamten Karibik ist. Die Besteigung dauert meist zwei bis drei Tage und startet in der Regel in La Ciénaga bei Jarabacoa; übernachtet wird in einfachen Hütten, ein lokaler Führer ist vorgeschrieben.
Ganz anders der Südwesten: Der Lago Enriquillo liegt rund 40 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefste Punkt der Karibik. Im salzigen Wasser leben Spitzkrokodile, auf der Isla Cabritos Nashornleguane. An der Bucht von Samaná im Nordosten schützt der Nationalpark Los Haitises Mangrovenwälder, Höhlen mit Felszeichnungen der Taíno und steile Karsthügel, die aus dem Wasser ragen.
Regionen im Überblick
Punta Cana und Bávaro
Der äußerste Osten ist das Zentrum des Pauschaltourismus. Rund 50 Kilometer fast durchgehender Sandstrand reihen sich zwischen Cap Cana, Punta Cana, Bávaro, Cabeza de Toro und Uvero Alto. Hier stehen die meisten großen All-inclusive-Resorts, der Flughafen Punta Cana ist der verkehrsreichste des Landes.
Santo Domingo
Die Hauptstadt an der Südküste ist laut, lebendig und das kulturelle Zentrum. Die Zona Colonial ist UNESCO-Welterbe. Sehenswert sind die Kathedrale Santa María la Menor, die älteste Kathedrale Amerikas, der Alcázar de Colón, einst Sitz von Diego Kolumbus, die Festung Fortaleza Ozama und die Calle Las Damas, die erste gepflasterte Straße der Neuen Welt. Am Malecón entlang der Küste treffen sich abends die Einheimischen.
La Romana und Bayahibe
Östlich der Hauptstadt liegt La Romana mit der großen Anlage Casa de Campo und dem Künstlerdorf Altos de Chavón, einem in den 1970er-Jahren im Stil eines mediterranen Dorfes errichteten Ort mit Amphitheater über dem Río Chavón. Das Fischerdorf Bayahibe ist Ausgangspunkt für Bootstouren zur Isla Saona und für Tauchgänge.
Puerto Plata, Sosúa und Cabarete
An der Nordküste, der sogenannten Bernsteinküste, begann der Tourismus des Landes. In Puerto Plata fährt eine Seilbahn auf den Pico Isabel de Torres mit Christusstatue und botanischem Garten; die Altstadt hat viktorianische Holzhäuser und ein Bernsteinmuseum. Sosúa ist für seine geschützte Bucht zum Schnorcheln bekannt, Cabarete gilt als eines der besten Kitesurf- und Windsurfreviere der Karibik.
Samaná und Las Terrenas
Die Halbinsel Samaná im Nordosten ist grüner und ruhiger. Las Terrenas hat einen stark europäisch geprägten Ortskern mit kleinen Hotels und Restaurants, die Strände Playa Bonita, Playa Cosón und – etwas abgelegen – Playa Rincón zählen zu den schönsten des Landes.
Größere Städte
- Santo Domingo, die Hauptstadt, an der Südküste
- Santiago de los Caballeros, im Cibao-Tal im Inselinneren, Zentrum des Tabakanbaus
- La Romana und San Pedro de Macorís, an der Südküste
- Puerto Plata, an der Nordküste
- San Francisco de Macorís und Higüey, im Inselinneren; Higüey mit der großen Wallfahrtsbasilika Nuestra Señora de la Altagracia
Ausflüge, die sich lohnen
Viele Urlauber verlassen ihre Hotelanlage kaum – schade, denn einige der besten Erlebnisse liegen nur eine Tagestour entfernt. Die Ausflüge bringen zudem Einnahmen direkt zu lokalen Guides, Bootsführern und Restaurants.
- Walbeobachtung in der Bucht von Samaná: Von etwa Mitte Januar bis Ende März kommen Buckelwale aus dem Nordatlantik zur Paarung und zum Kalben. Die Boote starten in Santa Bárbara de Samaná, für die Beobachtung gelten feste Abstandsregeln.
- Salto El Limón: Der rund 40 Meter hohe Wasserfall bei El Limón auf der Halbinsel Samaná ist zu Fuß oder zu Pferd durch Regenwald erreichbar. Im Becken darunter kann man baden.
- 27 Charcos de Damajagua: Bei Imbert südlich von Puerto Plata klettert man mit Helm und Schwimmweste flussaufwärts und springt oder rutscht dann von Becken zu Becken hinab. Die Tour ist nur mit Führer erlaubt.
- Isla Saona: Die Insel im Nationalpark Cotubanamá wird per Katamaran oder Schnellboot ab Bayahibe angefahren. Auf dem Rückweg halten viele Boote an der Piscina Natural, einer hüfttiefen Sandbank mitten im Meer mit Seesternen, die man nicht aus dem Wasser nehmen sollte.
- Jarabacoa und Constanza: Das Bergland rund um Jarabacoa bietet Wildwasser-Rafting auf dem Río Yaque del Norte, Canyoning und Wasserfälle wie den Salto de Baiguate. Nachts wird es hier deutlich kühler als an der Küste.
- Los Haitises: Bootstouren ab Samaná oder Sabana de la Mar führen durch Mangroven zu Höhlen mit Felszeichnungen und Vogelkolonien.
Reisezeit
Das Klima ist tropisch mit Tagestemperaturen um 28 bis 32 Grad an der Küste. Die Monate Dezember bis April sind trockener und etwas angenehmer – das ist die Hauptsaison. Von Mai bis November ist es feuchter, Regen fällt meist als kurzer, kräftiger Schauer am Nachmittag.
Die Hurrikansaison dauert von Juni bis November, das größte Risiko besteht von August bis Oktober. Die Nordküste um Puerto Plata und Samaná erlebt im Winter häufiger Regen und Wind als der Süden und Osten. Für Wanderungen auf den Pico Duarte eignen sich die trockeneren Monate Dezember bis März; in den Höhenlagen kann es nachts empfindlich kalt werden.
Unterwegs im Land
- Überlandbusse: Caribe Tours und Metro Tours verbinden Santo Domingo mit Santiago, Puerto Plata, Samaná und anderen Städten in klimatisierten Reisebussen. Für den Osten gibt es Expressbusse zwischen Santo Domingo und Punta Cana bzw. Bávaro.
- Guaguas: Minibusse für kurze Strecken zwischen Orten und Dörfern. Günstig, aber oft voll und ohne festen Fahrplan.
- Mietwagen: Sinnvoll für Rundreisen. Die Autopista del Nordeste verbindet Santo Domingo mit Samaná, die Autopista del Coral La Romana mit Punta Cana. In Städten ist der Verkehr hektisch, nachts sollte man Überlandfahrten wegen unbeleuchteter Fahrzeuge und Tiere auf der Straße meiden.
- Motoconchos: Motorradtaxis sind schnell und überall verfügbar, aber unfallträchtig. Preis immer vor der Fahrt vereinbaren.
- Taxi und Fahrdienste: In Santo Domingo und Santiago funktioniert Uber, in touristischen Gebieten fahren vor allem Hotel- und Gewerkschaftstaxis mit festen Tarifen.
Flughäfen
Das Land hat mehrere internationale Flughäfen. Aus Europa werden vor allem diese drei angeflogen:
- Punta Cana (PUJ): der Flughafen mit den meisten Passagieren, ideal für die Resorts im Osten
- Santo Domingo, Aeropuerto Internacional Las Américas (SDQ): rund 25 Kilometer östlich der Hauptstadt
- Puerto Plata, Aeropuerto Gregorio Luperón (POP): rund 18 Kilometer östlich von Puerto Plata, für die Nordküste
Dazu kommen der Flughafen Cibao bei Santiago, El Catey auf der Halbinsel Samaná und La Romana.
Einreise
Deutsche Staatsangehörige reisen mit einem gültigen Reisepass ein, der Personalausweis reicht nicht. Für touristische Aufenthalte ist bei einmaliger Einreise kein Visum nötig. Vor der Ein- und vor der Ausreise muss online das kostenlose E-Ticket ausgefüllt werden, ein digitales Einreise- und Zollformular; das ist innerhalb von 72 Stunden vor dem Flug möglich. Vorsicht vor Drittseiten, die für das Formular Gebühren verlangen. Die geltenden Regeln sollten vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt geprüft werden.
Häufige Fragen
Was ist die beste Reisezeit für die Dominikanische Republik?
Am trockensten ist es von Dezember bis April. Wer Buckelwale sehen möchte, reist zwischen Mitte Januar und Ende März auf die Halbinsel Samaná.
Welcher Flughafen liegt am nächsten zu Punta Cana?
Der Flughafen Punta Cana (PUJ) liegt direkt in der Region; die meisten Resorts in Bávaro und Punta Cana sind in 15 bis 45 Minuten erreichbar.
Braucht man für die Dominikanische Republik einen Reisepass?
Ja. Deutsche Urlauber benötigen einen gültigen Reisepass und müssen vor der Reise das kostenlose E-Ticket online ausfüllen.
Wie hoch ist der höchste Berg der Dominikanischen Republik?
Der Pico Duarte in der Cordillera Central ist 3.098 Meter hoch und damit der höchste Berg der Karibik.