Griechenland zählt rund 6.000 Inseln und Inselchen, rechnet man jeden Felsen mit, sogar deutlich mehr. Bewohnt sind davon nur rund 230, und nur etwa 80 haben mehr als 100 Einwohner. Diese Übersicht zeigt, wie sich die Inselgruppen unterscheiden, welche Insel zu welchem Urlaub passt und was beim Inselhüpfen wichtig ist.
Die griechischen Inseln in Zahlen
- Größte Insel:Kreta mit 8.336 km², gefolgt von Euböa, Lesbos, Rhodos und Chios
- Meere: Ionisches Meer im Westen, Ägäis im Osten, Libysches Meer südlich von Kreta
- Inselgruppen: Ionische Inseln, Kykladen, Dodekanes, Nordägäische Inseln, Sporaden, Saronische Inseln sowie Kreta als eigene Region
- Sonnenreichste Regionen: Rhodos und Kreta mit rund 300 Sonnentagen im Jahr
Die Inselgruppen im Überblick
Ionische Inseln
Die Inseln im Ionischen Meer liegen vor der Westküste Griechenlands. Zu ihnen gehören Korfu, Paxos, Lefkada, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos. Weil es im Winter viel regnet, sind sie grüner als die Ägäis-Inseln: Olivenhaine, Zypressen und Pinienwälder reichen bis ans Meer. Venedig herrschte hier jahrhundertelang, eine osmanische Besetzung gab es auf Korfu nie. Das zeigt sich in Architektur, Küche und Musik. Flughäfen gibt es auf Korfu, Kefalonia und Zakynthos, Lefkada erreicht man über den Flughafen Aktion bei Preveza und eine Brücke.
Kykladen
Rund 220 Inseln bilden die Kykladen im Zentrum der Ägäis, bewohnt sind etwa zwei Dutzend. Bekannt sind Mykonos, Naxos, Paros, Santorini (Thira), Milos und Ios. Typisch sind weiße Würfelhäuser, blaue Kuppeln, Windmühlen und karge, felsige Landschaften. Im Juli und August weht der Meltemi aus Norden, oft kräftig. Fähren fahren ab Piräus und Rafina, Flughäfen haben unter anderem Mykonos, Santorini, Naxos, Paros und Milos.
Dodekanes
Der Dodekanes im Südosten der Ägäis liegt dicht vor der türkischen Küste. Zu ihm gehören Rhodos, Kos, Karpathos, Patmos, Symi, Leros, Kalymnos und Nisyros. Die Johanniter bauten hier im Mittelalter Burgen, von 1912 bis 1943 waren die Inseln italienisch, erst 1948 kamen sie zu Griechenland. Italienische Verwaltungsbauten prägen bis heute Rhodos-Stadt und Lakki auf Leros. Patmos ist mit dem Johanneskloster ein Pilgerziel, Kos und Rhodos sind klassische Badeinseln.
Kreta
Kreta ist mit 8.336 km² die größte Insel Griechenlands und bildet eine eigene Region. Die Insel ist rund 260 Kilometer lang und hat Gipfel über 2.400 Meter. Hier entstand die minoische Kultur mit dem Palast von Knossos. Die Samaria-Schlucht, die Lagune von Balos und Palmenstrände wie Vai machen Kreta zu einer Insel für mehrere Urlaube. Flughäfen gibt es in Heraklion, Chania und Sitia.
Nordägäische Inseln
Weit im Nordosten liegen Lesbos, Chios, Samos, Ikaria, Limnos und Thasos. Pauschaltourismus spielt hier eine kleinere Rolle, die Inseln leben auch von Landwirtschaft und Fischerei. Chios ist für die Mastixdörfer im Süden bekannt, deren Harz nur auf dieser Insel gewonnen wird. Lesbos produziert Ouzo und Olivenöl, Samos Muskatwein, Ikaria gilt als Insel mit besonders vielen Hochbetagten.
Sporaden
Die Nördlichen Sporaden Skiathos, Skopelos und Alonissos liegen vor dem Pilion, Skyros östlich von Euböa. Kiefernwälder reichen bis an die Buchten. Skiathos hat einen Flughafen und viele Sandstrände, Skopelos wurde als Drehort von „Mamma Mia!“ bekannt. Rund um Alonissos liegt der größte Meeresnationalpark Griechenlands, ein Rückzugsgebiet der Mittelmeer-Mönchsrobbe. Fähren fahren ab Volos und Agios Konstantinos.
Saronische Inseln
Ägina, Poros, Hydra und Spetses liegen im Saronischen Golf nahe Athen. Mit Schnellbooten ab Piräus erreicht man sie in rund 40 Minuten (Ägina) bis gut 2 Stunden (Spetses), deshalb sind sie beliebte Ziele für Wochenenden und Tagesausflüge. Ägina ist für Pistazien und den Aphaia-Tempel bekannt, auf Hydra sind Autos verboten, man bewegt sich zu Fuß, mit Eseln oder Wassertaxis.
Welche Insel passt zu wem?
Familien und Badeurlaub
Kos mit flachen Sandstränden bei Tigaki und Marmari, die Ostküste von Rhodos, die Weststrände von Naxos sowie Tsilivi und Alykes auf Zakynthos. Kurze Transfers vom Flughafen und flacher Einstieg ins Wasser sind hier die Regel.
Kultur und Antike
Auf Kreta Knossos, Phaistos und das Archäologische Museum Heraklion, auf Rhodos die mittelalterliche Altstadt und die Akropolis von Lindos, von Mykonos aus die Tempelinsel Delos, auf Samos das Heraion und der Tunnel des Eupalinos, auf Kos das Asklepieion.
Wandern
Kreta mit Schluchten und den Weißen Bergen, Naxos mit dem Zas und Wegen zwischen Bergdörfern, Samos mit dem Kerkis, Korfu mit dem 220 Kilometer langen Corfu Trail und Andros mit einem Netz markierter Wege. Die beste Wanderzeit sind April, Mai und Oktober.
Nachtleben
Mykonos mit Beachclubs und internationalem Publikum, Ios als Insel für junge Rucksackreisende, dazu Faliraki auf Rhodos, Laganas auf Zakynthos und Kavos auf Korfu.
Ruhe
Die Kleinen Kykladen wie Koufonisia, Schinoussa und Iraklia, Alonissos in den Sporaden, Ikaria und viele Orte auf Lesbos. Wer Ruhe auf einer bekannteren Insel sucht, wählt die Bergdörfer oder reist im Mai oder Oktober.
Reisezeit
Die Saison dauert auf den meisten Inseln von Mai bis Oktober. Juni und September gelten als ideal: das Meer ist warm, die Preise niedriger als im Hochsommer. Im Juli und August erreichen die Temperaturen oft über 30 Grad, in der Ägäis weht dann der Meltemi. Er kühlt, kann aber Fähren ausfallen lassen und Sand über die Strände treiben. Die Ionischen Inseln sind im Sommer windstiller, dafür im Winter regenreicher. Im Winter ist es auf den Inseln mild, aber oft nass und windig; viele Hotels, Tavernen und Fährlinien pausieren.
Inselhüpfen: so klappt die Planung
- Innerhalb einer Gruppe bleiben: Zwischen Naxos, Paros, Mykonos und Santorini fahren im Sommer täglich mehrere Schiffe, zwischen verschiedenen Gruppen oft nur wenige in der Woche.
- Zeit für die Überfahrt einrechnen: Schnellfähren sind teurer, fallen aber bei starkem Wind eher aus als große Autofähren.
- Letzte Nacht nahe am Abflughafen: Wer am Rückflugtag erst mit der Fähre anreist, riskiert bei Sturm oder Streik den Flug.
- Früh buchen: Im August sind Autoplätze auf beliebten Strecken schnell ausverkauft.
- Kombinationen mit Flughafen: Anreise auf einer Insel mit internationalem Flughafen, Abreise über eine andere spart eine Rückfahrt, etwa Mykonos hin, Santorini zurück.
Mehr zu Ausfällen durch Wetter und Streiks steht im Ratgeber zu Fähren, Streiks und Wetter auf den griechischen Inseln.
Häufige Fragen
Wie viele griechische Inseln sind bewohnt?
Von rund 6.000 Inseln und Inselchen sind etwa 230 bewohnt, nur rund 80 davon haben mehr als 100 Einwohner.
Welche griechische Insel ist die größte?
Kreta mit 8.336 km². Danach folgen Euböa, Lesbos, Rhodos und Chios.
Welche Inseln sind im Hochsommer am wenigsten windig?
Die Ionischen Inseln wie Korfu, Lefkada und Zakynthos. In der Ägäis weht im Juli und August häufig der Meltemi.
Welche Inseln eignen sich für den ersten Griechenland-Urlaub?
Kreta, Rhodos, Kos und Korfu: gute Flugverbindungen, viele Strände, Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte in allen Preisklassen.