Island ist eine Vulkaninsel im Nordatlantik mit rund 103.000 Quadratkilometern Fläche – rund ein Viertel grösser als Österreich. Gletscher, Wasserfälle, Lavafelder und heisse Quellen machen die Insel zu einem der eindrucksvollsten Reiseziele Europas.

Island im Überblick

  • Fläche: rund 103.000 km²
  • Einwohner: knapp 400.000, davon rund zwei Drittel im Grossraum Reykjavík
  • Hauptstadt: Reykjavík, die nördlichste Hauptstadt eines souveränen Staates
  • Gletscher: rund 11 % der Landesfläche, grösster ist der Vatnajökull
  • Vulkane: rund 30 aktive Vulkansysteme
  • Währung: Isländische Krone (ISK)
  • Sprache: Isländisch; Englisch spricht fast jeder

Land aus Feuer und Eis

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, wo die Nordamerikanische und die Eurasische Platte auseinanderdriften. Dazu kommt ein Hotspot unter dem Vatnajökull, der zusätzlich Magma liefert. Das Ergebnis: Im Schnitt bricht alle drei bis fünf Jahre irgendwo auf der Insel ein Vulkan aus. Welche Vulkane das sind und warum Island so aktiv ist, erklärt der Artikel über die Vulkane auf Island.

Die Erdwärme hat auch ihre guten Seiten. Über 90 % der Häuser werden mit Geothermie beheizt, der Strom stammt fast vollständig aus Wasserkraft und Erdwärme. Fast jeder Ort hat ein beheiztes Freibad, und heisse Quellen gibt es im ganzen Land.

Geschichte in Kürze

Norwegische Siedler kamen ab etwa 870 nach Island. Im Jahr 930 trafen sich die Siedler erstmals zum Althing in Þingvellir – eines der ältesten Parlamente der Welt. Später geriet Island unter norwegische, dann dänische Herrschaft. Am 17. Juni 1944 wurde es eine unabhängige Republik; der 17. Juni ist bis heute Nationalfeiertag.

Klima: milder als gedacht

Der Golfstrom sorgt dafür, dass Island weniger kalt ist, als der Name vermuten lässt. In Reykjavík liegt die Durchschnittstemperatur im Januar um 0 °C, im Juli bei etwa 11 bis 13 °C. Im Norden und im Hochland sind die Winter kälter. Typisch ist das schnell wechselnde Wetter: Sonne, Regen und Sturm können sich innerhalb einer Stunde abwechseln. Wind ist der ständige Begleiter.

Die Regionen Islands

Südwesten und Golden Circle

Rund um Reykjavík liegen die meistbesuchten Ziele: der Nationalpark Þingvellir, das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem Geysir Strokkur und der Wasserfall Gullfoss. Diese Rundfahrt von rund 230 bis 300 Kilometern ab Reykjavík heisst Golden Circle. Auf der Halbinsel Reykjanes liegen die Blaue Lagune und die jungen Lavafelder der Ausbrüche seit 2021.

Südküste

Zwischen Hveragerði und Höfn reihen sich die Klassiker aneinander: die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss, der schwarze Strand Reynisfjara bei Vík, der Nationalpark Skaftafell und die Gletscherlagune Jökulsárlón. Über der Küste thronen die Gletscher Eyjafjallajökull, Mýrdalsjökull und Vatnajökull.

Snæfellsnes

Die Halbinsel nördlich von Reykjavík gilt als „Island im Kleinen“: Lavafelder, Fischerdörfer, Klippen, schwarze und goldene Strände und der vergletscherte Vulkan Snæfellsjökull. Bekanntestes Fotomotiv ist der Berg Kirkjufell bei Grundarfjörður.

Westfjorde

Die Westfjorde sind die älteste und abgelegenste Region Islands. Steile Fjorde, der Wasserfall Dynjandi und die Vogelfelsen von Látrabjarg, an denen im Sommer Tausende Papageitaucher brüten. Die Strassen sind lang und kurvig, Hauptort ist Ísafjörður.

Norden mit Akureyri und Mývatn

Akureyri ist mit rund 20.000 Einwohnern die grösste Stadt ausserhalb des Südwestens. Östlich davon liegen der Goðafoss, der See Mývatn mit Pseudokratern und Schwefelfeldern sowie der Dettifoss, der wasserreichste Wasserfall Europas. Húsavík gilt als bester Ort Islands für Walbeobachtung.

Ostfjorde

Die Ostfjorde sind ruhiger als der Rest der Insel: kleine Fischerorte wie Seyðisfjörður, Djúpivogur und Stöðvarfjörður, hohe Berge und viele Wanderwege. In Seyðisfjörður legt die Fähre aus Dänemark an.

Hochland

Das unbewohnte Inselinnere ist eine Welt aus Lavawüsten, Gletschern und bunten Rhyolithbergen. Ziele sind Landmannalaugar, Þórsmörk, Askja und Kerlingarfjöll. Die Hochlandpisten sind nur im Sommer geöffnet und nur mit Allradfahrzeug befahrbar.

Die wichtigsten Ziele aller Regionen stellt der Artikel Sehenswürdigkeiten auf Island ausführlich vor.

Die beste Reisezeit

Sommer: Juni bis August

Der Sommer ist Hauptreisezeit. Im Juni wird es kaum dunkel – wer mitten in der Nacht landet, erlebt die helle Mitternachtsdämmerung. Die Hochlandpisten (F-Strassen) öffnen meist erst ab Ende Juni, je nach Schneelage. Die Tagestemperaturen liegen meist zwischen 10 und 15 °C. Unterkünfte und Mietwagen sind in dieser Zeit knapp und teuer.

Herbst und Frühjahr

September und Mai sind gute Kompromisse: weniger Andrang, oft noch lange Tage und ab Ende August erste Chancen auf Nordlichter. Die Hochlandpisten schliessen meist im September wieder.

Winter: Oktober bis März

Im Winter sind Nordlichter das Hauptmotiv. Sie zeigen sich bei klarem, dunklem Himmel, am besten fernab der Städte. Die Tage sind kurz: Im Dezember gibt es in Reykjavík nur rund vier bis fünf Stunden Tageslicht. Die Ringstrasse ist meist befahrbar, kann aber bei Sturm und Schnee kurzfristig gesperrt werden. Eishöhlen im Vatnajökull können nur im Winter und nur mit Führer besucht werden.

Anreise und Fortbewegung

Fast alle internationalen Flüge landen in Keflavík, rund 50 Kilometer südwestlich von Reykjavík. Flughafenbusse fahren in etwa 45 Minuten in die Stadt. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge, die gut drei bis vier Stunden dauern. Alternativ bringt eine Autofähre aus Dänemark über die Färöer Reisende nach Seyðisfjörður.

Mit dem Auto über die Ringstrasse

Die Ringstrasse (Strasse 1) führt auf rund 1.320 Kilometern einmal um die Insel. Für eine Umrundung sollte man mindestens sieben bis zehn Tage einplanen, besser zwei Wochen. Wichtige Regeln:

  • Offroad-Fahren ist streng verboten und wird mit hohen Geldstrafen geahndet.
  • F-Strassen nur mit Allradfahrzeug befahren; Flussdurchquerungen sind gefährlich, Mietwagenversicherungen decken Wasserschäden meist nicht.
  • Strassenzustand auf umferdin.is (road.is) und Warnungen auf safetravel.is vor jeder Etappe prüfen.
  • Viele Brücken sind einspurig: Wer zuerst da ist, fährt zuerst.
  • Tankstellen liegen abseits der Ringstrasse weit auseinander; der Tank sollte nie zu leer werden.

Überlandbusse verbinden die grösseren Orte, fahren ausserhalb des Sommers aber selten. Inlandsflüge ab dem Stadtflughafen Reykjavík erreichen Akureyri, Egilsstaðir und Ísafjörður.

Kosten und praktische Tipps

  • Preise: Island gehört zu den teuersten Reiseländern Europas. Unterkunft, Mietwagen, Benzin und Restaurantbesuche sind die grössten Posten.
  • Bezahlen: Kartenzahlung funktioniert fast überall, auch für kleine Beträge. Bargeld braucht man kaum.
  • Alkohol: Wein, Bier und Spirituosen gibt es nur in den staatlichen Vínbúðin-Läden mit eingeschränkten Öffnungszeiten, in Supermärkten nur Leichtbier. Im Duty-free-Shop in Keflavík ist Alkohol deutlich günstiger.
  • Wasser: Leitungswasser hat beste Qualität; Flaschenwasser zu kaufen ist unnötig. Warmes Wasser riecht wegen der Erdwärme oft leicht nach Schwefel.
  • Selbstversorgung: Ferienhäuser und Unterkünfte mit Küche senken die Kosten spürbar.
  • Unterkunft: Im Sommer frühzeitig buchen, vor allem an der Südküste und am Mývatn. Tipps zu Unterkunftsarten und Regionen stehen im Artikel Hotels auf Island.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Islandreise dauern?

Für Reykjavík, Golden Circle und Südküste reichen fünf bis sieben Tage. Für die ganze Ringstrasse mit Abstechern sind zwei Wochen ideal, mit Westfjorden eher drei.

Wann sieht man in Island Nordlichter?

Zwischen Ende August und Mitte April, wenn es nachts dunkel ist. Nötig sind ein klarer Himmel, ausreichende Sonnenaktivität und ein Ort ohne Stadtlicht. Das isländische Wetteramt veröffentlicht eine Nordlicht- und Bewölkungsvorhersage.

Ist Island wegen der Vulkane ein riskantes Reiseziel?

Nein. Die Vulkane werden dicht überwacht, gefährdete Gebiete werden rechtzeitig gesperrt. Bei den Ausbrüchen auf Reykjanes seit 2021 blieb der Flughafen Keflavík geöffnet. Grosse Einschränkungen im Flugverkehr wie beim Eyjafjallajökull 2010 sind selten.

Braucht man für Island ein Allradauto?

Für die Ringstrasse im Sommer genügt ein normales Auto. Für Hochlandpisten ist Allrad Pflicht, im Winter wegen Schnee und Eis sehr zu empfehlen.