Die Karibik umfasst Tausende Inseln zwischen Florida, Yucatán und der Nordküste Südamerikas – von riesigen Staaten wie Kuba bis zu Winzlingen wie Saba. Dieser Überblick zeigt, wie sich die Inselwelt gliedert, welche Insel zu welchem Urlaub passt und was bei Reisezeit, Anreise und Einreise wichtig ist.

Wo die Karibik liegt

Das Karibische Meer liegt zwischen dem offenen Atlantik und dem Golf von Mexiko. Im Norden und Osten wird es von der Inselkette der Antillen begrenzt, im Westen und Süden vom amerikanischen Festland. Anrainerstaaten auf dem Festland sind Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Kolumbien und Venezuela.

Die Inseln selbst verteilen sich auf rund 4.000 Kilometer Bogen von Kuba im Westen bis Trinidad vor der Küste Venezuelas. Politisch ist die Region ein Flickenteppich: Neben unabhängigen Staaten gibt es Gebiete, die zu Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien oder den USA gehören. Das wirkt sich direkt auf Währung, Sprache, Verkehrsregeln und Einreise aus.

Wie sich die Inselwelt gliedert

Große Antillen

Die vier großen Inseln im Norden machen den weitaus größten Teil der Landfläche aus:

  • Kuba – die größte Insel der Karibik, rund 1.250 Kilometer lang
  • Hispaniola – geteilt in Haiti im Westen und die Dominikanische Republik im Osten; dort steht mit dem Pico Duarte (3.098 m) der höchste Berg der Karibik
  • Jamaika – bekannt für die Blue Mountains, Reggae und lange Strände an der Nordküste
  • Puerto Rico – die kleinste der vier, ein Außengebiet der USA

Kleine Antillen

Östlich und südlich schließt sich der Bogen der Kleinen Antillen an. Im Deutschen werden sie traditionell in zwei Gruppen geteilt:

  • Inseln über dem Wind: der lange Bogen von den Jungferninseln über Anguilla, St. Martin, Antigua, St. Kitts und Nevis, Guadeloupe, Dominica, Martinique, St. Lucia und St. Vincent bis Grenada. Im Englischen heißt der nördliche Teil Leeward Islands, der südliche ab Dominica Windward Islands. Barbados liegt als Einzelgänger weiter östlich im Atlantik, Trinidad und Tobago vor Venezuela.
  • Inseln unter dem Wind: die Inseln entlang der venezolanischen Küste, allen voran die ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao. Dazu zählen auch venezolanische Inseln wie die Isla Margarita.

Bahamas, Turks- und Caicosinseln, Kaimaninseln

Die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln liegen genau genommen im Atlantik, nicht im Karibischen Meer. Touristisch werden sie trotzdem meist zur Karibik gezählt. Die Kaimaninseln (Cayman Islands) liegen südlich von Kuba im Karibischen Meer, gehören aber nicht zu den Antillen im engeren Sinn.

Alle Inseln und Inselgruppen von A bis Z

  • Amerikanische Jungferninseln
  • Anguilla
  • Antigua und Barbuda
  • Aruba
  • Bahamas
  • Barbados
  • Bonaire
  • Britische Jungferninseln
  • Corn Islands (Nicaragua)
  • Curaçao
  • Dominica
  • Grenada
  • Guadeloupe
  • Hispaniola (Haiti und Dominikanische Republik)
  • Isla Margarita (Venezuela)
  • Islas del Cisne (Honduras)
  • Islas del Rosario (Kolumbien)
  • Jamaika
  • Kaimaninseln
  • Kuba
  • Martinique
  • Montserrat
  • Navassa
  • Puerto Rico
  • Saba
  • St. Barthélemy (St. Barts)
  • St. Martin / Sint Maarten
  • San Andrés y Providencia (Kolumbien)
  • Sint Eustatius
  • St. Kitts und Nevis
  • St. Lucia
  • St. Vincent und die Grenadinen
  • Trinidad und Tobago
  • Turks- und Caicosinseln

Einige dieser Inseln liegen zwar im Karibischen Meer, gelten aber kaum als klassisches Karibikziel – etwa die Isla Margarita vor Venezuela oder San Andrés vor Nicaragua, die zu Kolumbien gehört.

Reisezeit, Klima und Hurrikansaison

Die Karibik ist ganzjährig warm. Tagsüber liegen die Temperaturen meist zwischen 27 und 32 Grad, das Meer hat rund 26 bis 29 Grad. Entscheidend sind zwei Jahreszeiten:

  • Trockenzeit (etwa Dezember bis April): sonnig, etwas weniger schwül, ständiger Passatwind. Das ist die Hauptsaison mit der höchsten Nachfrage.
  • Regenzeit (etwa Mai bis November): feuchter und heißer, mit kurzen, heftigen Schauern meist am Nachmittag. Tagelanger Dauerregen ist selten.

Die atlantische Hurrikansaison dauert offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November, am aktivsten ist sie von August bis Oktober. Die meisten Tage verlaufen auch dann ruhig, doch ein Sturm kann Flüge und Ausflüge für mehrere Tage lahmlegen. Wer in diesen Monaten reist, sollte eine Reiserücktrittsversicherung mit Sturmklausel prüfen und Wetterwarnungen verfolgen.

Eine Ausnahme bilden die ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao: Sie liegen südlich des üblichen Hurrikangürtels, sind trocken und fast wüstenhaft, mit Kakteen statt Regenwald. Auch Trinidad und Tobago wird nur selten von Hurrikanen getroffen.

Welche Insel passt zu welchem Urlaub

Strandurlaub und All-inclusive

Die großen Resortgebiete liegen in der Dominikanischen Republik (Punta Cana, Bávaro, Puerto Plata) und auf Kuba (Varadero, Cayo Coco, Cayo Santa María). Dort ist die Auswahl an Hotels am größten und die Anreise am einfachsten. Auch Jamaika mit Negril und Montego Bay sowie Aruba setzen stark auf Strandurlaub.

Kolonialstädte und Kultur

Die spanische Kolonialzeit hat ihre stärksten Spuren auf den Großen Antillen hinterlassen: Habana Vieja und Trinidad auf Kuba, die Zona Colonial in Santo Domingo mit der ältesten Kathedrale Amerikas und Viejo San Juan in Puerto Rico mit seinen Festungen. Alle vier sind UNESCO-Welterbe. Auf Curaçao ist die bunte Altstadt von Willemstad mit niederländischen Giebelhäusern Welterbe.

Tauchen und Schnorcheln

Bonaire gilt als eines der besten Tauchziele der Region: Das gesamte Küstenriff ist als Bonaire National Marine Park geschützt, viele Tauchplätze erreicht man direkt vom Ufer. Gute Reviere bieten außerdem die Kaimaninseln mit ihren Steilwänden, Tobago, die Britischen Jungferninseln mit dem Wrack der RMS Rhone und die Schweinebucht auf Kuba.

Wandern und Natur

Dominica ist die grünste Insel der Kleinen Antillen: Regenwald, Dutzende Wasserfälle und der Boiling Lake, ein kochender Kratersee, den man auf einer anstrengenden Tagestour erreicht. Auf Guadeloupe führt ein Wanderweg auf den aktiven Vulkan La Soufrière, auf Martinique auf die Montagne Pelée. Auf Jamaika lohnt der Aufstieg auf den Blue Mountain Peak, auf St. Lucia der Blick auf die beiden Pitons.

Segeln

Die Britischen Jungferninseln und die Grenadinen zwischen St. Vincent und Grenada gelten als klassische Segelreviere: kurze Distanzen, geschützte Buchten und verlässlicher Passatwind. Charteryachten starten meist in Tortola, St. Vincent oder Grenada.

Französisches Flair mit Euro

Guadeloupe, Martinique, der französische Teil von St. Martin und St. Barthélemy sind französisch geprägt. Auf den drei erstgenannten wird mit dem Euro bezahlt, es gilt französisches Recht, und die Küche verbindet Kreolisches mit Französischem. Wer kein Englisch oder Spanisch sprechen möchte, kommt hier mit Französisch gut zurecht.

Anreise und Inselhopping

Je nach Saison und Airline gibt es Direktflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem in die Dominikanische Republik (Punta Cana, Puerto Plata), nach Kuba (Varadero, Havanna) und auf einzelne weitere Inseln wie Jamaika oder Barbados. Guadeloupe und Martinique sind am besten über Paris zu erreichen. Kleinere Inseln fliegt man meist mit Umstieg an, etwa über Miami, Barbados, Antigua, St. Martin oder Amsterdam.

Zwischen den Inseln verkehren Regionalairlines wie interCaribbean, Winair oder Caribbean Airlines. Auf den Kleinen Antillen gibt es außerdem Schnellfähren, zum Beispiel zwischen Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia. Für Inselhopping sind Umsteigezeiten großzügig zu planen, weil Verspätungen häufig sind und Verbindungen nicht täglich gehen.

All-inclusive oder auf eigene Faust

Viele Urlauber buchen die Karibik als Pauschalreise mit Flug, Transfer und Hotel, oft mit All-inclusive. Was darunter fällt, unterscheidet sich stark. Vor der Buchung lohnt der Blick auf diese Punkte:

  • Sind die À-la-carte-Restaurants inklusive oder nur mit Reservierung und begrenzter Anzahl?
  • Gelten Markengetränke und Cocktails oder nur lokale Marken?
  • Sind motorisierter Wassersport, Tauchgänge oder Ausflüge enthalten?
  • Bis wann gibt es Speisen und Getränke, gibt es einen 24-Stunden-Service?

Der Nachteil des Rundum-Pakets: Viele Gäste verlassen die Anlage kaum. Dabei machen gerade Märkte, einfache Garküchen, Rumbrennereien, Nationalparks und Kolonialstädte den Reiz der Inseln aus – und das Geld kommt dort direkt bei den Einheimischen an. Ein guter Kompromiss sind Halbpension und zwei bis drei selbst organisierte Ausflüge.

Wer einen Mietwagen nimmt, sollte wissen: Auf ehemals britischen Inseln wie Jamaika, Barbados, Antigua, St. Lucia oder den Kaimaninseln herrscht Linksverkehr. Viele kleine Inseln verlangen zudem eine lokale Fahrerlaubnis, die die Autovermietung ausstellt.

Einreise und Geld

Da die Inseln zu vielen verschiedenen Staaten gehören, gelten jeweils eigene Einreiseregeln. Einige Grundmuster:

  • Französische Gebiete wie Guadeloupe und Martinique gehören zur EU. Bürger der EU reisen mit Personalausweis oder Reisepass ein, bezahlt wird in Euro.
  • US-Gebiete wie Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln folgen den US-Regeln: Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen für touristische Aufenthalte eine gültige ESTA-Genehmigung.
  • Unabhängige Staaten wie die Dominikanische Republik, Jamaika oder Kuba verlangen einen Reisepass und teils Online-Formulare vor der Ankunft, Kuba zusätzlich ein elektronisches Visum.

Einreisebestimmungen ändern sich häufig. Vor jeder Reise sollten die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts (bzw. des österreichischen Außenministeriums oder des EDA in der Schweiz) geprüft werden.

Bei den Währungen ist die Spanne groß: Auf vielen Inseln ist der US-Dollar Leitwährung oder wird überall angenommen. Acht Staaten und Gebiete der Kleinen Antillen nutzen den Ostkaribischen Dollar, Kuba und die Dominikanische Republik haben jeweils einen eigenen Peso, Aruba den Florin, Curaçao und Sint Maarten den Karibischen Gulden. Bonaire, Saba und Sint Eustatius rechnen in US-Dollar.

Häufige Fragen

Welche Karibikinsel ist die größte?

Kuba ist mit einer Länge von rund 1.250 Kilometern die größte Insel der Karibik, gefolgt von Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik.

Wann ist die beste Reisezeit für die Karibik?

Die trockenste und stabilste Zeit ist von Dezember bis April. Von Juni bis November ist Hurrikansaison, dann sind die ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao die sicherste Wahl.

Wo in der Karibik kann man mit Euro bezahlen?

In den französischen Überseegebieten Guadeloupe, Martinique und im französischen Teil von St. Martin sowie auf St. Barthélemy ist der Euro offizielles Zahlungsmittel.

Was sind die Großen und die Kleinen Antillen?

Die Großen Antillen sind Kuba, Hispaniola, Jamaika und Puerto Rico. Die Kleinen Antillen sind der Inselbogen von den Jungferninseln bis Grenada sowie die Inseln vor der Küste Venezuelas, darunter Aruba, Bonaire und Curaçao.