Kos gehört zum Dodekanes und liegt nur rund 4 Kilometer vor der türkischen Halbinsel Bodrum. Die rund 290 Quadratkilometer große Insel verbindet lange, flache Sandstrände mit einer Hauptstadt voller antiker Ruinen und ist dank ebener Küstenstraßen eine der fahrradfreundlichsten Inseln Griechenlands.

Kos auf einen Blick

  • Lage: Südostägäis, zwischen Kalymnos im Norden und Nisyros im Süden
  • Fläche: rund 290 km², drittgrößte Insel des Dodekanes nach Rhodos und Karpathos
  • Höchster Berg: Dikeos mit 846 Metern im Osten der Insel
  • Hauptort: Kos-Stadt an der Nordostspitze mit Hafen, Johanniterburg und Ausgrabungen
  • Berühmtester Sohn: der Arzt Hippokrates, geboren um 460 v. Chr.

Sehenswürdigkeiten

Asklepieion

Rund 4 Kilometer südwestlich der Stadt liegt das Asklepieion, das Heiligtum des Heilgottes Asklepios. Die Anlage entstand nach dem Tod des Hippokrates im 4. Jahrhundert v. Chr. und wurde zu einer der bekanntesten Heilstätten der Antike. Sie ist auf drei Terrassen am Hang gebaut: unten Bäder und Behandlungsräume, in der Mitte Altar und kleinere Tempel, oben der große dorische Tempel des Asklepios. Von der obersten Terrasse reicht der Blick über Kos-Stadt bis zur türkischen Küste. Hitze staut sich hier schnell, deshalb lohnt der Besuch früh am Morgen.

Platane des Hippokrates und Burg Neratzia

Am Hafen steht eine mächtige Platane, unter der Hippokrates der Überlieferung nach gelehrt haben soll. Der heutige Baum ist zwar einige hundert Jahre alt, aber nicht antik; seine Äste werden von Stützen gehalten. Gleich daneben führt eine Brücke zur Burg Neratzia, die der Johanniterorden im 14. und 15. Jahrhundert errichtete. In die Mauern sind antike Säulen und Inschriftensteine eingebaut.

Antike Stadt: Agora, Westliche Ausgrabungen, Casa Romana

Ein großer Teil des antiken Kos liegt mitten in der heutigen Stadt frei, weil ein Erdbeben 1933 viele Häuser zerstörte und italienische Archäologen danach graben konnten. Die Agora am Hafen zeigt Säulen einer Markthalle und Reste eines Aphrodite-Heiligtums. In den Westlichen Ausgrabungen verlaufen gepflasterte Straßen zwischen Häusern mit Bodenmosaiken, dazu kommen ein Gymnasium mit wiederaufgerichteten Säulen und ein kleines römisches Odeon. Die Casa Romana ist eine rekonstruierte römische Villa mit drei Innenhöfen, Mosaiken und Wandmalereien.

Zia und der Dikeos

Das Bergdorf Zia liegt auf rund 350 Metern am Hang des Dikeos. Tavernen mit Terrassen bieten den bekanntesten Sonnenuntergangsblick der Insel, daher ist es abends voll. Von Zia führt ein Wanderweg in etwa zwei Stunden auf den Gipfel des Dikeos mit einer kleinen Kapelle und Blick über die Inseln des Dodekanes.

Burgen von Antimachia, Pyli und Kefalos

Die Burg von Antimachia in der Inselmitte bauten die Johanniter im 14. Jahrhundert; innerhalb der gut erhaltenen Mauern stehen zwei Kapellen. Oberhalb von Pyli liegen die Ruinen von Alt-Pyli, einem verlassenen byzantinischen Dorf mit Burg auf einem Felsen. Im Westen thront über dem Ort Kefalos eine weitere kleine Burgruine mit Blick auf die Bucht von Kamari.

Kos nach dem Erdbeben 2017

Im Juli 2017 beschädigte ein Erdbeben den Hafen, die Burg Neratzia und mehrere Altbauten in Kos-Stadt. Hafen und Promenade sind längst repariert, an einzelnen historischen Gebäuden wurde über Jahre restauriert.

Strände

Nordküste

  • Lambi: Stadtstrand nördlich von Kos-Stadt, per Rad oder zu Fuß erreichbar.
  • Tigaki: breiter Sandstrand mit sehr flachem Wasser, dahinter der Salzsee Alykes, in dem im Winter Flamingos rasten.
  • Marmari: feiner Sand, flacher Einstieg; der Nordwind macht Tigaki und Marmari zu guten Windsurf- und Kitespots.
  • Mastichari: langer Sandstrand und Hafen mit Booten nach Kalymnos und Pserimos.

Südküste und Westen

  • Kardamena: belebter Ferienort mit langem Strand und Nachtleben.
  • Paradise Beach: Sandbucht mit klarem Wasser; am Meeresboden steigen an manchen Stellen Gasbläschen auf, deshalb auch „Bubble Beach“ genannt.
  • Agios Stefanos: Strand in der Bucht von Kamari mit den Ruinen zweier frühchristlicher Basiliken aus dem 5. Jahrhundert. Davor liegt die Felseninsel Kastri mit einer kleinen Kapelle, zu der man schwimmen kann.
  • Therma (Embros Thermae): Kiesstrand im Südosten, an dem heißes Schwefelwasser in ein von Steinen umfasstes Becken direkt am Meer strömt.

Ausflüge zu den Nachbarinseln

  • Nisyros: Die Vulkaninsel liegt südlich von Kos. Man kann in den Krater Stefanos hinabsteigen, in dem es nach Schwefel riecht und Fumarolen zischen. Boote fahren ab Kardamena und Kos-Stadt.
  • Kalymnos: Insel der Schwammtaucher mit Schwammwerkstätten im Hafenort Pothia und einem der bekanntesten Sportklettergebiete Europas. Die Fähre ab Mastichari braucht rund 30 bis 45 Minuten.
  • Pserimos: kleine Insel mit einem Sandstrand und wenigen Tavernen, Ziel der Tagesboote.
  • Bodrum: Die türkische Hafenstadt ist mit der Fähre in rund 45 Minuten erreichbar. Nötig ist ein gültiger Reisepass.

Wo wohnen auf Kos?

  • Kos-Stadt: Ausgrabungen, Hafen, Bars und Fähren vor der Tür; Stadtstrände in Lambi und Psalidi.
  • Tigaki und Marmari: flache Sandstrände, viele Familienhotels, gute Radwege in die Stadt.
  • Mastichari: kleinerer Ort mit Hafen, nah am Flughafen, praktisch für Ausflüge nach Kalymnos.
  • Kardamena: lebhaft, mit Nachtleben und Booten nach Nisyros.
  • Kefalos und Kamari: ruhiger Westen, nah an Paradise Beach und Agios Stefanos.

Essen auf Kos

Zu den Spezialitäten der Insel gehört Krasotyri, ein Ziegenkäse, der in Rotwein reift und dadurch eine violette Rinde bekommt. In den Tavernen von Zia und Pyli gibt es Lamm und Ziege aus dem Ofen, an der Küste gegrillten Fisch und Oktopus. Zum Nachtisch wird oft Joghurt mit Thymianhonig aus den Bergen serviert.

Anreise und unterwegs

Der Flughafen „Hippokrates“ liegt bei Antimachia in der Inselmitte, rund 25 Kilometer von Kos-Stadt. Im Sommer landen dort viele Charterflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, im Winter gibt es Verbindungen über Athen. Fähren verbinden Kos mit Piräus (rund 10 bis 12 Stunden), Rhodos und den übrigen Dodekanes-Inseln.

KTEL-Busse fahren von Kos-Stadt zu allen größeren Orten, in der Stadt verkehren zusätzlich Stadtbusse. Die Nordküste ist flach und hat zwischen Kos-Stadt, Lambi und Tigaki Radwege, Fahrräder und E-Bikes werden in vielen Orten verliehen. Für den gebirgigen Westen und die Bergdörfer ist ein Mietwagen praktischer.

Klima und Reisezeit

Die Sommer sind trocken und heiß, die Winter mild und regnerisch. Von Mai bis Oktober ist Badesaison. Im Juli und August weht an der Nordküste oft der Meltemi, dann ist die Südküste um Kardamena und Kefalos geschützter. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Zeiten für Radtouren, Wanderungen und Ausgrabungen.

Häufige Fragen

Wie weit ist der Flughafen von Kos-Stadt entfernt?

Rund 25 Kilometer. Busse und Taxis fahren in etwa 30 bis 40 Minuten in die Stadt.

Welche Strände auf Kos sind gut für Kinder?

Tigaki und Marmari an der Nordküste mit sehr flachem Wasser sowie Mastichari. Bei starkem Wind ist die Südküste ruhiger.

Kann man von Kos nach Bodrum fahren?

Ja, täglich mit der Fähre in rund 45 Minuten. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich.

Was sollte man auf Kos gesehen haben?

Das Asklepieion, die Ausgrabungen in Kos-Stadt, den Sonnenuntergang in Zia und einen Tagesausflug auf die Vulkaninsel Nisyros.