Kuba ist die größte Insel der Karibik, umgeben vom Atlantik, dem Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer. Kolonialstädte wie Havanna und Trinidad, das Tabaktal von Viñales und die Strände von Varadero machen die Insel zu einem der vielseitigsten Reiseziele der Region – mit Besonderheiten, die man vor der Reise kennen sollte.
Lage und Größe
Kuba liegt nur rund 150 Kilometer südlich von Key West in Florida, bis zur mexikanischen Halbinsel Yucatán sind es gut 200 Kilometer. Die Hauptinsel ist rund 1.250 Kilometer lang, aber an vielen Stellen kaum 100 Kilometer breit. Damit ist Kuba die größte Insel der Großen Antillen, zu denen auch Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik, Jamaika und Puerto Rico gehören.
Zum Staatsgebiet gehören über 4.000 kleinere Inseln und Cayos, die größte davon ist die Isla de la Juventud im Südwesten. Das Land gliedert sich in 15 Provinzen und die Sondergemeinde Isla de la Juventud. Von West nach Ost sind das:
- Pinar del Río
- Artemisa
- La Habana
- Mayabeque
- Matanzas
- Cienfuegos
- Villa Clara
- Sancti Spíritus
- Ciego de Ávila
- Camagüey
- Las Tunas
- Granma
- Holguín
- Santiago de Cuba
- Guantánamo
Die höchste Erhebung ist der Pico Turquino (1.974 m) in der Sierra Maestra im Südosten. Wichtige Wirtschaftszweige sind neben dem Tourismus Zucker, Tabak, Nickel und Rum.
Städte, die man gesehen haben sollte
Havanna
Die Hauptstadt ist das Herz der Insel. Die Altstadt Habana Vieja ist samt Festungsanlagen UNESCO-Welterbe. Die vier zentralen Plätze – Plaza de Armas, Plaza de San Francisco, Plaza Vieja und Plaza de la Catedral – liegen nur wenige Gehminuten auseinander. Die Uferstraße Malecón zieht sich über rund acht Kilometer an der Küste entlang und ist abends Treffpunkt der Habaneros. Weitere Höhepunkte sind das Capitolio, die Festung Castillo de los Tres Reyes del Morro am Hafeneingang und die Kanonenschusszeremonie in der Festung La Cabaña. Die amerikanischen Oldtimer aus den 1950er-Jahren fahren bis heute als Taxis.
Trinidad
Die Kolonialstadt an der Südküste ist mit ihren Kopfsteinpflastergassen und pastellfarbenen Häusern eine der besterhaltenen der Karibik. Rund um die Plaza Mayor liegen Museen in früheren Zuckerbaronpalästen. Das nahe Valle de los Ingenios mit Dutzenden ehemaligen Zuckermühlen und dem rund 44 Meter hohen Turm Manaca Iznaga gehört gemeinsam mit der Stadt zum Welterbe.
Cienfuegos
Die „Perle des Südens“ wurde 1819 von französischen Siedlern gegründet und zeigt ein klassizistisches Stadtbild mit breiten Straßen. Sehenswert sind das Teatro Tomás Terry am Parque José Martí und der verspielte Palacio de Valle auf der Halbinsel Punta Gorda.
Santiago de Cuba
Die zweitgrößte Stadt im Osten gilt als Wiege des Son und ist afrokaribisch geprägt. Die Festung Castillo del Morro San Pedro de la Roca über der Hafeneinfahrt ist Welterbe. Auf dem Friedhof Santa Ifigenia liegen José Martí und Fidel Castro. Im Juli wird hier der größte Karneval des Landes gefeiert.
Camagüey
Das Zentrum wurde bewusst als Labyrinth aus krummen Gassen angelegt, um Piraten zu verwirren, und ist heute Welterbe. Typisch sind die Tinajones, große Tonkrüge, in denen früher Regenwasser gesammelt wurde.
Santa Clara
Hier fiel 1958 die entscheidende Schlacht der Revolution. Das Monument und Mausoleum für Che Guevara sowie das Denkmal am entgleisten Panzerzug sind die bekanntesten Ziele.
Natur und Strände
- Viñales-Tal: In der Provinz Pinar del Río ragen die Mogotes, steile Kalksteinhügel, aus roten Tabakfeldern. Das Tal ist UNESCO-Welterbe. Man kann Tabakbauern besuchen, wandern, reiten und mit dem Boot durch die Cueva del Indio fahren.
- Varadero: Auf der Halbinsel Hicacos erstreckt sich rund 20 Kilometer heller Sandstrand. Varadero ist das größte Badeziel des Landes mit Dutzenden Hotels.
- Cayos an der Nordküste: Cayo Coco, Cayo Guillermo und Cayo Santa María sind über kilometerlange Dammstraßen mit der Hauptinsel verbunden. Sie bieten weiße Strände, Flamingos in den Lagunen und reine Hotelzonen.
- Playa Ancón: Der Strand liegt rund 12 Kilometer von Trinidad entfernt und lässt sich gut mit einem Stadtaufenthalt verbinden.
- Zapata-Halbinsel und Schweinebucht: Das größte Feuchtgebiet der Karibik beherbergt Kubakrokodile und zahlreiche Vogelarten, darunter den Bienenelfen. An der Playa Girón und an der Cueva de los Peces kann man direkt vom Ufer schnorcheln.
- Baracoa: Die älteste Stadt Kubas im äußersten Osten liegt unter dem Tafelberg El Yunque. Die Region ist bekannt für Kakao, Kokos und den Nationalpark Alejandro de Humboldt.
Reisezeit und Klima
In Kuba herrscht tropisches Klima. Die Trockenzeit von November bis April ist die angenehmste Reisezeit, im Januar und Februar kann es abends in Havanna kühl werden. Von Mai bis Oktober ist es heiß und schwül, Regen fällt meist als kurzer, heftiger Schauer. Die Hurrikansaison dauert von Juni bis November, das größte Risiko besteht von August bis Oktober.
Unterwegs auf Kuba
- Fernbusse: Víazul verbindet die wichtigen Städte und Badeorte. Fahrpläne sind ausgedünnt, Plätze sollten vorab reserviert werden.
- Colectivos: Sammeltaxis fahren zwischen touristischen Orten, etwa Havanna – Viñales oder Trinidad – Cienfuegos. Preis und Abfahrt werden meist über die Unterkunft vereinbart.
- Mietwagen: Möglich, aber das Angebot ist knapp und Treibstoff oft Mangelware. Straßen sind schlecht beschildert, nachts unbeleuchtet.
- Casas particulares: Private Zimmer bei Familien sind an einem blauen Ankersymbol an der Tür zu erkennen. Sie sind oft die beste Möglichkeit, das Land kennenzulernen, und bieten meist Frühstück und Abendessen.
- Internet: Mobiles Internet gibt es über SIM-Karten des staatlichen Anbieters ETECSA, dazu öffentliche WLAN-Zonen. Die Verbindung ist langsam und fällt bei Stromausfällen aus.
- Geld: Kreditkarten von US-Banken funktionieren nicht, auch europäische Karten werden nicht überall akzeptiert, Geldautomaten fallen häufig aus. Ausreichend Bargeld in Euro mitnehmen.
Aktuelle Lage: Versorgungskrise beachten
Kuba steckt in einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise. Lange Stromausfälle, Treibstoffmangel sowie Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten betreffen auch Urlauber. Flugverbindungen wurden eingeschränkt, viele Hotels sind geschlossen oder bieten nur reduzierten Service. Das Auswärtige Amt rät derzeit von Reisen nach Kuba ab. Vor jeder Buchung sollten die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise geprüft und mit dem Veranstalter geklärt werden, welche Leistungen tatsächlich verfügbar sind.
Anreise und Einreise
Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind:
- Havanna, Aeropuerto Internacional José Martí (HAV): rund 15 Kilometer südlich des Stadtzentrums
- Varadero, Aeropuerto Juan Gualberto Gómez (VRA): vor allem für Charterflüge in die Badeorte
- Holguín, Aeropuerto Frank País (HOG): für die Strände im Osten wie Guardalavaca
- Cayo Coco, Jardines del Rey (CCC): für die Hotels auf den nördlichen Cayos
Für die Einreise brauchen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass und ein elektronisches Visum, das die frühere Touristenkarte ersetzt hat und online beantragt wird. Zusätzlich ist vor der Ankunft das Online-Formular D’Viajeros auszufüllen, außerdem werden eine für Kuba gültige Auslandskrankenversicherung und ein Rück- oder Weiterflugticket verlangt. Die Regeln ändern sich häufig und sollten vor der Reise beim Auswärtigen Amt geprüft werden.
Häufige Fragen
Wie weit ist Kuba von Florida entfernt?
Zwischen Key West und der kubanischen Nordküste liegen rund 150 Kilometer.
Was ist die beste Reisezeit für Kuba?
Die Trockenzeit von November bis April. Von Juni bis November ist Hurrikansaison.
Braucht man für Kuba ein Visum?
Ja. Deutsche Urlauber benötigen ein elektronisches Visum, einen Reisepass, das ausgefüllte D’Viajeros-Formular und eine Auslandskrankenversicherung.
Was ist eine Casa particular?
Eine private, staatlich lizenzierte Unterkunft bei einer kubanischen Familie, erkennbar am blauen Ankersymbol.