Lefkada gehört zu den Ionischen Inseln und ist die einzige griechische Insel, die man mit dem Auto ohne Fähre erreicht. Die Westküste hat einige der bekanntesten Strände Griechenlands, die Ostküste ist ein Revier für Segler, und im Süden treffen sich Windsurfer aus ganz Europa.

Lefkada auf einen Blick

  • Lage: Ionisches Meer, rund 100 Kilometer südlich von Korfu, direkt vor der Küste Akarnaniens
  • Fläche: rund 325 km², höchster Berg Stavrota mit rund 1.180 Metern
  • Hauptort: Lefkada-Stadt im Norden an der Lagune
  • Verbindung zum Festland: Damm und Drehbrücke über den Kanal von Lefkada
  • Nächster Flughafen: Aktion bei Preveza, rund 20 Kilometer

Anreise und Orientierung

Zwischen Lefkada und dem Festland liegt nur ein schmaler Kanal, den schon die Korinther in der Antike gruben. Heute führen ein Damm und eine schwimmende Drehbrücke hinüber. Die Brücke schwenkt zur vollen Stunde für einige Minuten zur Seite, damit Segelboote durch den Kanal fahren können; in dieser Zeit staut sich der Verkehr kurz.

Der nächste Flughafen ist Aktion bei Preveza, rund 20 Kilometer entfernt. Er wird im Sommer von vielen Charterflügen aus Mitteleuropa angeflogen, außerhalb der Saison geht es über Athen. Mit dem Auto sind es von Athen rund 4 Stunden, von Igoumenitsa (Fähren aus Italien) etwa 1,5 bis 2 Stunden.

Lefkada-Stadt

Der Hauptort sieht anders aus als typische griechische Inselstädte. Nach schweren Erdbeben im 20. Jahrhundert bauten die Bewohner die Obergeschosse ihrer Häuser aus Holz und bunt gestrichenem Wellblech, weil diese Konstruktion bei Beben nachgibt, statt einzustürzen. Das Erdgeschoss ist meist aus Stein. Rund um die Hauptgasse Dörpfeld-Straße liegen Cafés und kleine Kirchen mit Glockentürmen aus Stahlgerüsten. Nördlich der Stadt erstreckt sich die Lagune mit alten Salinen, in denen Wasservögel rasten. An der Einfahrt zum Kanal steht die Festung Agia Mavra, im 14. Jahrhundert begonnen und von Venezianern und Osmanen ausgebaut.

Strände der Westküste

Die Westküste ist steil, hell und offen zum Ionischen Meer. Das Wasser leuchtet hier durch den weißen Kalkstein besonders türkis. Am Nachmittag frischt oft der Nordwestwind auf und schiebt Wellen an den Strand; morgens ist das Meer meist ruhiger. Dafür geht die Sonne abends direkt über dem Meer unter.

  • Pefkoulia: langer Strand nördlich von Agios Nikitas mit Kiefern im Hintergrund, wenig bebaut.
  • Agios Nikitas: das einzige Dorf direkt an der Westküste, mit Tavernen und kleiner Bucht. Von hier fahren Wassertaxis zum Strand von Milos in der Nachbarbucht.
  • Kathisma: breiter Sandstrand mit Strandbars und Liegen, gut per Auto erreichbar. Am Hang oberhalb starten Paraglider.
  • Egremni: kilometerlanger Kieselstrand unter hohen Klippen. Nach dem Erdbeben von 2015 war der Zugang jahrelang zerstört, inzwischen führt wieder eine neue Treppe mit mehreren hundert Stufen hinunter. Alternativ kommt man per Boot.
  • Porto Katsiki: der bekannteste Strand der Insel im Süden der Westküste, eine Bucht unter senkrechten weißen Kreidefelsen. Vom Parkplatz führen Treppen hinab; im Sommer kommen auch Ausflugsboote aus Nidri und Vasiliki, dann wird es eng.

Kap Lefkatas

An der Südwestspitze der Insel fallen die Klippen am Kap Lefkatas rund 60 Meter tief ins Meer. Oben stehen ein Leuchtturm und die Reste eines Apollon-Tempels. Nach der antiken Überlieferung stürzte sich die Dichterin Sappho hier aus unerwiderter Liebe in die Tiefe; ob die Geschichte stimmt, ist unklar. Das Kap ist einer der schönsten Orte für den Sonnenuntergang.

Ostküste, Süden und vorgelagerte Inseln

Nidri

Nidri ist der größte Ferienort der Ostküste und der wichtigste Hafen für Bootsausflüge. Vor dem Ort liegen mehrere kleine Inseln: Skorpios, die frühere Privatinsel des Reeders Aristoteles Onassis, auf der er und Jacqueline Kennedy heirateten; Madouri, ebenfalls in Privatbesitz, mit dem Herrenhaus der Dichterfamilie Valaoritis; und Meganisi, eine bewohnte Insel mit den Dörfern Spartochori, Katomeri und Vathi. Tagesboote fahren von Nidri um Skorpios herum, legen in Buchten zum Baden an und steuern Meganisi an. Am Abend ist Nidri der lebhafteste Ort der Insel mit Bars und Tavernen an der Hafenpromenade.

Wasserfälle von Dimosari

Hinter dem Dorf Rachi bei Nidri führt ein kurzer Weg durch eine schattige Schlucht zu den Wasserfällen von Dimosari. Im Frühjahr fällt das Wasser in ein kleines Becken, im Hochsommer ist es oft nur ein Rinnsal. Der Weg ist in rund 20 Minuten zu schaffen.

Vasiliki und Syvota

Die Bucht von Vasiliki im Süden ist eines der bekanntesten Windsurfreviere Europas. Morgens ist das Wasser meist ruhig, gut für Einsteiger; ab dem frühen Nachmittag setzt ein thermischer Wind ein, der bis in den Abend für Gleitbedingungen sorgt. Mehrere Surfstationen verleihen Material und bieten Kurse. Vom Hafen fahren im Sommer Fähren nach Fiskardo auf Kefalonia und Frikes auf Ithaka.

Syvota weiter östlich ist eine tief eingeschnittene Bucht mit kleinem Hafen, Fischtavernen und vielen Segelyachten, die hier vor Anker gehen.

Bergdörfer

Im Inselinneren liegen Dörfer, in die nur wenige Urlauber kommen. Karya ist für seine traditionelle Stickerei bekannt; am Dorfplatz unter Platanen sitzen Tavernen, ein kleines Volkskundemuseum zeigt Trachten und Handarbeiten. Englouvi auf rund 750 Metern liegt auf einer Hochebene, auf der kleine, aromatische Linsen angebaut werden, eine Spezialität der Insel.

Aktivitäten

  • Segeln: Die Marina von Lefkada ist einer der größten Charterstützpunkte Griechenlands. Das Innere Ionische Meer zwischen Lefkada, Meganisi, Kalamos, Ithaka und Kefalonia gilt wegen kurzer Distanzen und geschützter Buchten als einsteigerfreundlich.
  • Windsurfen und Kiten: Vasiliki für Windsurfer, die Lagune und der Strand von Agios Ioannis bei Lefkada-Stadt für Kitesurfer.
  • Wandern und Mountainbike: Wege durch Olivenhaine, Kiefernwälder und zwischen den Bergdörfern, dazu Aussichtsstrecken an der Westküste.
  • Paragliding: Tandemflüge von den Hängen oberhalb von Kathisma.

Essen und Spezialitäten

  • Salami von Lefkada: luftgetrocknete Schweinesalami mit Pfeffer und Knoblauch, in Metzgereien der Hauptstadt erhältlich.
  • Linsen aus Englouvi: klein, dunkel und kurz gekocht, oft als Suppe oder Salat.
  • Vertzami: rote Rebsorte der Insel, aus der kräftige, dunkle Weine entstehen.
  • Mandolato: weißer Nougat mit Mandeln und Honig, typisches Mitbringsel.

Fischtavernen finden sich vor allem in Syvota, Vasiliki und an der Hafenpromenade von Lefkada-Stadt, Fleischgerichte vom Grill eher in den Bergdörfern.

Reisezeit

Die Saison dauert von Mai bis Oktober. Im Juli und August sind die bekannten Strände voll, Parkplätze an Porto Katsiki und Egremni schnell belegt. Juni und September bieten warmes Wasser und mehr Ruhe. Im Winter regnet es auf der grünen Insel häufig, viele Unterkünfte schließen.

Häufige Fragen

Braucht man eine Fähre nach Lefkada?

Nein. Lefkada ist über einen Damm und eine Drehbrücke mit dem Festland verbunden, die Anfahrt mit Auto oder Bus ist ohne Fähre möglich.

Welcher Flughafen liegt Lefkada am nächsten?

Der Flughafen Aktion bei Preveza, rund 20 Kilometer nördlich der Insel.

Ist der Strand von Egremni wieder zugänglich?

Ja. Nach dem Erdbeben von 2015 wurde eine neue Treppe gebaut; außerdem ist der Strand per Boot erreichbar.

Wo ist Lefkada am ruhigsten?

In den Bergdörfern wie Karya und Englouvi, an der Nordwestküste bei Pefkoulia und in Syvota. Am lebhaftesten ist es in Nidri.