Die Malediven liegen im Indischen Ozean und bestehen aus rund 1.190 flachen Koralleninseln. Sie sind ein Ziel für Ruhesuchende, Paare und vor allem für Taucher und Schnorchler – und seit einigen Jahren auch für Reisende mit kleinerem Budget, die auf Einheimischeninseln wohnen.

Lage und Inselwelt

Der Inselstaat liegt südwestlich von Indien und Sri Lanka und zieht sich über rund 870 Kilometer von Nord nach Süd, knapp über den Äquator hinaus. Die Inseln gruppieren sich in 26 natürlichen Atollen, ringförmigen Korallenriffen mit Lagunen in der Mitte. Weniger als ein Prozent der Staatsfläche ist Land.

Die Malediven kurz in Zahlen:

  • rund 1.190 Inseln in 26 natürlichen Atollen
  • 20 Verwaltungsatolle plus die Hauptstadt Malé
  • knapp 190 von Einheimischen bewohnte Inseln
  • über 170 Resortinseln
  • rund eine halbe Million Einwohner, davon rund ein Drittel im Großraum Malé

Die Hauptinsel Malé ist nur rund zwei Quadratkilometer groß und dicht mit Hochhäusern bebaut – eine der am dichtesten besiedelten Städte der Welt. Zur Entlastung wurde nordöstlich davon die Insel Hulhumalé künstlich aufgeschüttet; sie ist über eine Brücke mit dem Flughafen und Malé verbunden.

Alle Inseln sind extrem flach. Im Durchschnitt liegen sie nur rund 1,5 Meter über dem Meeresspiegel, der höchste natürliche Punkt auf der Insel Villingili im Addu-Atoll erreicht nur etwa 2,4 Meter. Damit gehören die Malediven zu den Staaten, die am stärksten vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Staatsreligion ist der sunnitische Islam, Landessprache Dhivehi, im Tourismus wird Englisch gesprochen.

Resortinsel oder Einheimischeninsel

Eine Insel, ein Resort

Klassisch gilt auf den Malediven das Prinzip „eine Insel, ein Resort“: Ein Hotel belegt eine ganze kleine Insel, oft mit Wasservillen auf Stelzen über der Lagune und einem Hausriff vor dem Strand. Die Gäste bleiben unter sich, die Angestellten wohnen meist auf der Insel. Auf Resortinseln gelten keine religiösen Kleidungsregeln, Alkohol wird ausgeschenkt.

Gästehäuser auf bewohnten Inseln

Lange durften Urlauber bewohnte Inseln nur bei geführten Ausflügen betreten. Seit 2009 sind dort Gästehäuser erlaubt, und das hat den Tourismus stark verändert. Beliebte Einheimischeninseln sind Maafushi und Guraidhoo im Süd-Malé-Atoll, Thoddoo und Ukulhas im Ari-Atoll, Dhigurah im Süd-Ari-Atoll sowie Fulidhoo im Vaavu-Atoll. Die Anreise erfolgt meist mit Schnellbooten oder öffentlichen Fähren ab Malé.

Auf bewohnten Inseln gelten islamische Regeln:

  • Alkohol ist verboten; es gibt ihn nur in Resorts und auf Safarischiffen, oft auch auf schwimmenden Bars vor den Einheimischeninseln.
  • Bikini und Badehose sind nur an ausgewiesenen „Bikini Beaches“ erlaubt.
  • Im Ort sollten Schultern und Knie bedeckt sein.
  • Freitags ruht das öffentliche Leben zur Mittagszeit, im Fastenmonat Ramadan haben Restaurants tagsüber oft geschlossen.

Der Vorteil: Man erlebt maledivischen Alltag, Fischmarkt und Dorfleben und bezahlt für Ausflüge und Unterkunft meist deutlich weniger als in Resorts.

Tauchen und Schnorcheln

Die Malediven zählen zu den besten Tauchrevieren der Welt. Viele Resorts haben ein Hausriff, das man direkt vom Strand erschnorcheln kann – vor der Buchung lohnt die Frage, wie weit es vom Ufer entfernt ist.

  • Mantas: In der Hanifaru Bay im Baa-Atoll, einem UNESCO-Biosphärenreservat, sammeln sich von etwa Mai bis November Mantas zum Fressen. Schnorcheln ist dort nur mit Rangern und in begrenzter Zahl erlaubt, Tauchen verboten.
  • Walhaie: Im Süd-Ari-Atoll um Dhigurah und Maamigili begegnet man Walhaien ganzjährig.
  • Haie: Vor Fuvahmulah im tiefen Süden sieht man Tigerhaie und Fuchshaie, gelegentlich Hammerhaie. Graue Riffhaie trifft man in vielen Kanälen.
  • Kanäle: Die Kandus zwischen Außenriff und Lagune sorgen für Strömung und damit für Fischreichtum. Driftgetaucht wird meist bei einströmendem Wasser.
  • Safarischiffe: Auf mehrtägigen Tauchsafaris lassen sich weit entfernte Atolle erreichen, die von Resorts aus nicht erreichbar sind.

Die Riffe haben unter mehreren Korallenbleichen gelitten, besonders stark 1998 und 2016. Viele haben sich erholt, doch Wassererwärmung bleibt die größte Gefahr. Riffschonende Sonnencreme, kein Stehen auf Korallen und kein Füttern der Fische helfen, die Riffe zu schützen.

Reisezeit

Die Malediven sind ganzjährig warm, tagsüber 28 bis 31 Grad, das Wasser rund 27 bis 30 Grad. Das Wetter bestimmen zwei Monsune:

  • Nordost-Monsun (Iruvai), Dezember bis April: trocken, sonnig, ruhige See – die Hauptsaison.
  • Südwest-Monsun (Hulhangu), Mai bis November: feuchter und windiger, mit Regenschauern und bewölkten Tagen. Dafür sind viele Resorts günstiger, und die Mantasaison an der Westseite der Atolle hat Hochsaison.

Der Süden um Addu und Fuvahmulah ist das ganze Jahr über etwas beständiger. Zyklone erreichen die Malediven wegen ihrer Lage am Äquator sehr selten.

Anreise und Transfer

Fast alle Urlauber landen auf dem Velana International Airport auf der Insel Hulhulé, rund einen Kilometer von Malé entfernt. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es je nach Saison Direktflüge, sonst Verbindungen mit Umstieg etwa am Golf oder in Istanbul. Ganz im Süden des Landes liegt der Flughafen Gan im Addu-Atoll, der vor allem Inlandsflüge abwickelt.

Vom Flughafen geht es je nach Lage der Unterkunft weiter:

  • Schnellboot: für Resorts im Nord- und Süd-Malé-Atoll, meist 15 bis 60 Minuten
  • Wasserflugzeug: für weiter entfernte Atolle wie Ari, Baa oder Lhaviyani; die Maschinen fliegen nur bei Tageslicht, bei späten Ankünften ist eine Übernachtung in Malé oder Hulhumalé nötig
  • Inlandsflug plus Boot: für den Norden und Süden, etwa über Dharavandhoo (Baa), Kooddoo, Kadhdhoo (Laamu) oder Gan
  • Öffentliche Fähren: günstig, aber langsam und nicht täglich, für Einheimischeninseln in der Nähe von Malé

Einreise

Alle Urlauber erhalten bei der Ankunft kostenlos ein Touristenvisum für 30 Tage. Voraussetzung sind ein gültiger Reisepass, ein Rück- oder Weiterflugticket, eine gebuchte Unterkunft und ausreichende Mittel für den Aufenthalt. Innerhalb von 96 Stunden vor dem Abflug muss online die kostenlose Traveller Declaration über das offizielle Portal IMUGA ausgefüllt werden, ebenso vor der Ausreise. Die Einfuhr von Alkohol, Schweinefleisch und religiösen Schriften, die dem Islam widersprechen, ist verboten. Aktuelle Bestimmungen sollten vor der Reise beim Auswärtigen Amt geprüft werden.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für die Malediven?

Am trockensten und sonnigsten ist es von Dezember bis April. Für Mantas im Baa-Atoll ist die Zeit von Mai bis November am besten.

Darf man auf den Malediven Alkohol trinken?

Ja, aber nur auf Resortinseln und Safarischiffen. Auf bewohnten Inseln ist Alkohol verboten.

Braucht man für die Malediven ein Visum?

Nein, ein kostenloses 30-Tage-Visum gibt es bei der Ankunft. Vorab muss online die IMUGA Traveller Declaration ausgefüllt werden.

Wie kommt man vom Flughafen zum Resort?

Je nach Entfernung per Schnellboot, Wasserflugzeug oder Inlandsflug mit anschließendem Bootstransfer. Den Transfer organisiert in der Regel das Resort.