Der Inselstaat Mauritius besteht aus der Hauptinsel Mauritius, der kleineren Insel Rodrigues und mehreren sehr kleinen Außeninseln. Weiße Strände hinter einem fast geschlossenen Korallenriff, grünes Vulkanhochland und eine Bevölkerung mit indischen, afrikanischen, europäischen und chinesischen Wurzeln machen die Insel zu einem der abwechslungsreichsten Ziele im Indischen Ozean.
Lage und Inselstaat
Mauritius liegt im südwestlichen Indischen Ozean, rund 800 bis 900 Kilometer östlich von Madagaskar und knapp 2.000 Kilometer von der afrikanischen Küste entfernt. Zusammen mit der französischen Insel La Réunion rund 200 Kilometer weiter südwestlich und mit Rodrigues bildet es die Inselgruppe der Maskarenen. Weit im Norden liegen die Seychellen.
Zum Staat gehören:
- Mauritius: die Hauptinsel, rund 65 Kilometer lang und 45 Kilometer breit, mit der Hauptstadt Port Louis
- Rodrigues: rund 560 Kilometer östlich, ruhig, ländlich und mit eigener Regionalverwaltung
- Agaléga: zwei kleine Inseln weit im Norden
- St. Brandon (Cargados Carajos): eine Gruppe flacher Koralleninseln, vor allem von Fischern genutzt
Die Hauptinsel ist vulkanischen Ursprungs und entstand vor rund acht Millionen Jahren. Das Zentrum bildet ein Hochplateau mit Städten wie Curepipe, umgeben von Bergketten. Fast die gesamte Küste ist von einem Korallenriff umgeben, hinter dem ruhige, türkisfarbene Lagunen liegen. Mauritius ist seit 1968 unabhängig und seit 1992 Republik; es gilt als stabile Demokratie mit einer der höchsten Wirtschaftsleistungen pro Kopf in Afrika.
Geschichte und Bevölkerung
Arabische Seefahrer kannten die Insel schon im Mittelalter, sie ist auf alten Seekarten verzeichnet. Anfang des 16. Jahrhunderts kamen portugiesische Seefahrer, darunter Pedro Mascarenhas, nach dem die Maskarenen benannt sind. Besiedelt war die Insel damals nicht.
- Niederländer (ab 1598): Sie benannten die Insel nach Moritz von Oranien. In ihrer Zeit wurde der Dodo ausgerottet, ein flugunfähiger Vogel, der nur hier lebte und heute Wappentier ist. 1710 gaben sie die Insel auf.
- Franzosen (ab 1715): Als Île de France bauten sie Port Louis zum Hafen aus und legten mit Sklaven aus Afrika und Madagaskar Zuckerrohrplantagen an.
- Briten (ab 1810): Nach der Eroberung blieben französische Sprache, Recht und Landbesitz weitgehend erhalten. 1835 wurde die Sklaverei abgeschafft.
Um die Arbeit auf den Plantagen zu ersetzen, holten die Briten Hunderttausende Vertragsarbeiter aus Indien. Sie kamen über das Einwandererdepot Aapravasi Ghat in Port Louis an, das heute UNESCO-Welterbe ist. Deshalb ist die Mehrheit der rund 1,2 Millionen Einwohner indischer Herkunft; dazu kommen Kreolen mit afrikanischen und madagassischen Wurzeln, Sino-Mauritier und Franko-Mauritier. Hindu-Tempel, Moscheen, Kirchen und chinesische Pagoden stehen oft nur wenige Straßen voneinander entfernt.
Im Alltag sprechen fast alle Morisien, das mauritische Kreolisch. Französisch dominiert in Medien und Geschäftsleben, Englisch ist Sprache von Parlament und Verwaltung.
Die Küsten im Vergleich
Norden: Grand Baie und Trou aux Biches
Der Norden hat ruhiges, flaches Wasser und die meisten Restaurants, Bars und Geschäfte. Grand Baie ist das touristische Zentrum mit Bootsausflügen zu den Inseln Coin de Mire und Île Plate. Trou aux Biches und Mont Choisy haben lange Strände mit Kasuarinen.
Osten: Belle Mare und Trou d’Eau Douce
An der Ostküste liegen einige der schönsten Strände, etwa Belle Mare und Palmar, dazu viele große Resorts. Von Trou d’Eau Douce fahren Boote zur Île aux Cerfs. Im Südwinter weht der Passat hier kräftig, das Wasser ist dann bewegter und kühler.
Süden: wild und ursprünglich
Im Süden fehlt das Riff an einigen Stellen, die Wellen schlagen direkt an die Basaltklippen, etwa bei Gris Gris und Le Souffleur. Baden ist hier oft gefährlich, dafür ist die Küste landschaftlich eindrucksvoll. Blue Bay bei Mahébourg ist ein Meerespark mit guten Schnorchelmöglichkeiten.
Westen: Flic en Flac, Tamarin und Le Morne
Der Westen liegt im Windschatten und ist im Winter am sonnigsten. Flic en Flac hat einen der längsten Strände der Insel, die Bucht von Tamarin ist für Delfine bekannt. Am Südwestende ragt der 556 Meter hohe Le Morne Brabant auf, der Zufluchtsort entflohener Sklaven war und als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe gehört. Die Lagune davor mit dem Spot „One Eye“ gilt als eines der besten Kitesurfreviere der Welt.
Einen ausführlichen Überblick über Ausflugsziele gibt der Artikel Sehenswürdigkeiten auf Mauritius.
Port Louis
Die Hauptstadt im Nordwesten ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Ein Tagesausflug lohnt sich wegen des Zentralmarkts mit Gewürzen und Streetfood, der Caudan Waterfront am Hafen, des Aapravasi Ghat, der Zitadelle Fort Adelaide mit Blick über die Stadt und der Pferderennbahn Champ de Mars, der ältesten der Südhalbkugel. Das Blue Penny Museum zeigt die berühmten Mauritius-Briefmarken von 1847.
Aktivitäten
Neben Badeurlaub bietet Mauritius viel Bewegung:
- Wandern: im Black River Gorges National Park, auf den Le Pouce (812 m) mit Blick über Port Louis oder auf den Le Morne Brabant
- Tauchen und Schnorcheln: an den Riffen und Wracks vor der Nordwestküste, im Meerespark Blue Bay und an der Île aux Aigrettes
- Kitesurfen und Windsurfen: in Le Morne, Anse la Raie im Norden und Bel Ombre im Süden, am besten von Mai bis Oktober
- Segeln und Hochseeangeln: ab Grand Baie und Black River
- Golf: auf mehreren Plätzen, teils direkt am Meer
Reisezeit
Da Mauritius auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten umgekehrt:
- Sommer (November bis April): heiß und feucht mit 28 bis 32 Grad, häufige Schauer. Von Januar bis März besteht Zyklonrisiko.
- Winter (Mai bis Oktober): trockener und angenehmer, an der Küste 20 bis 26 Grad, im Hochland kühler. Beste Zeit zum Wandern und Kiten, an der Ostküste allerdings windig.
Als ideale Reisemonate gelten April/Mai und Oktober bis Dezember, wenn es warm, aber nicht zu schwül ist.
Anreise und Unterwegs
Der internationale Flughafen Sir Seewoosagur Ramgoolam, kurz auch Plaisance genannt, liegt im Südosten nahe Mahébourg, rund 45 Kilometer von Port Louis entfernt. Von dort gibt es Flüge nach Rodrigues und La Réunion. Aus Europa gibt es Direktflüge ab Paris und je nach Saison ab Deutschland, sonst Verbindungen mit Umstieg, etwa am Golf.
Auf Mauritius herrscht Linksverkehr. Mietwagen sind die flexibelste Lösung, die Straßen sind gut, aber schmal und in Ortschaften oft verstopft. Die Stadtbahn Metro Express verbindet Port Louis mit Curepipe über Rose Hill und Quatre Bornes. Busse fahren fast überall hin, sind aber langsam. Bei Taxis sollte der Fahrpreis vorab vereinbart werden.
Einreise
Deutsche Staatsangehörige brauchen für touristische Aufenthalte kein Visum. Verlangt werden ein Reisepass, der für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig ist, ein Rück- oder Weiterflugticket, eine Unterkunftsbuchung und ausreichende Mittel für den Aufenthalt. Zusätzlich ist vor der Ankunft das Online-Formular „Mauritius All-in-One Travel Form“ auszufüllen, das Einreise-, Zoll- und Gesundheitsangaben bündelt. Die aktuellen Regeln sollten vor der Reise beim Auswärtigen Amt geprüft werden.
Häufige Fragen
Welche Küste von Mauritius ist die beste?
Im Südwinter (Mai bis Oktober) sind Norden und Westen windgeschützter und sonniger, im Südsommer (November bis April) ist die Ostküste mit Belle Mare besonders schön.
Welche Sprache spricht man auf Mauritius?
Im Alltag Kreolisch (Morisien), dazu Französisch und Englisch. Mit Englisch und Französisch kommt man überall zurecht.
Wie weit ist Mauritius von La Réunion entfernt?
Rund 200 Kilometer. Die Flugzeit beträgt etwa 45 Minuten, ein mehrtägiger Abstecher ist gut möglich.
Was ist der Dodo?
Ein flugunfähiger Vogel, der nur auf Mauritius lebte und im 17. Jahrhundert ausgerottet wurde. Er ist heute Wappentier und allgegenwärtiges Souvenirmotiv.