Mykonos ist mit rund 86 Quadratkilometern eine der kleineren Kykladeninseln, aber eine der bekanntesten Griechenlands. Die weiße Chora mit ihren Windmühlen, Beachclubs an der Südküste und die antike Nachbarinsel Delos ziehen jedes Jahr sehr viele Besucher an. Wer die Insel kennt, findet trotzdem ruhige Ecken.
Mykonos auf einen Blick
- Lage: nördliche Kykladen, zwischen Tinos im Norden und Naxos im Süden
- Landschaft: hügelig, felsig und fast baumlos, geprägt vom Nordwind
- Hauptort: Mykonos-Stadt (Chora) an der Westküste
- Nachbarinsel: Delos, rund 2 Kilometer südwestlich, UNESCO-Welterbe
- Ruf: Badeinsel und Partyinsel, seit den 1960er-Jahren Treffpunkt von Künstlern, der LGBTQ-Szene und später des Jetsets
Mykonos-Stadt (Chora)
Die Chora ist ein Labyrinth aus weiß gekalkten Häusern, Treppen und schmalen Gassen. Die verwinkelte Anlage war kein Zufall: Sie bremste den Wind und sollte Piraten, die in der Stadt einfielen, die Orientierung erschweren. Heute reihen sich in den Gassen Boutiquen, Galerien, Bars und Tavernen. Autos kommen nicht hinein, der Ort wird zu Fuß erkundet.
Little Venice und die Windmühlen
Im Viertel Mikri Venetia (Little Venice) stehen Kapitänshäuser aus dem 18. Jahrhundert direkt am Wasser; ihre Holzbalkone hängen über dem Meer. Bei Wind schlagen die Wellen bis an die Tische der Bars. Abends versammeln sich hier viele Besucher zum Sonnenuntergang. Auf dem Hügel südlich davon stehen die Windmühlen Kato Mili, die früher Getreide mahlten und heute das bekannteste Fotomotiv der Insel sind.
Panagia Paraportiani
Die Kirche im Viertel Kastro besteht aus fünf Kapellen, die vom 15. bis ins 17. Jahrhundert zusammenwuchsen: vier im Erdgeschoss, eine darüber. Die unregelmäßige, weiß verputzte Form wirkt wie eine Skulptur und gehört zu den meistfotografierten Kirchen Griechenlands.
Museen und Petros der Pelikan
Neben der Kirche zeigt das Folklore-Museum Möbel, Stickereien und Alltagsgegenstände. Das Archäologische Museum am Hafen besitzt Funde von der Nachbarinsel Rhenia, darunter Grabvasen, das Ägäische Seefahrtsmuseum Schiffsmodelle, Karten und Navigationsgeräte. Im Lena’s House ist ein bürgerliches Wohnhaus des 19. Jahrhunderts erhalten. Am Hafen und in den Gassen begegnet man oft einem Pelikan: Petros, das Maskottchen der Insel. Der erste Petros kam in den 1950er-Jahren nach einem Sturm auf die Insel, heute leben seine Nachfolger in der Chora.
Häfen und Kreuzfahrtschiffe
Der Alte Hafen direkt an der Chora dient heute vor allem Ausflugsbooten, etwa nach Delos. Fähren und Kreuzfahrtschiffe legen im neuen Hafen Tourlos rund 2 Kilometer nördlich an. Seit Juli 2025 zahlen Kreuzfahrtgäste auf Mykonos eine Gebühr: von Juni bis September 20 Euro pro Person, im April, Mai und Oktober 12 Euro und im Winter 4 Euro.
Ausflug nach Delos
Die kleine Insel Delos war in der Antike eines der wichtigsten Heiligtümer Griechenlands. Nach der Sage wurden hier Apollon und Artemis geboren. Später war Delos ein großer Handelshafen mit Zehntausenden Einwohnern. Zu sehen sind die Löwenterrasse mit den marmornen Löwenfiguren (die Originale stehen im Museum), Wohnhäuser mit Mosaiken wie das Haus der Delfine, ein Theater und der Berg Kynthos mit weitem Blick über die Kykladen.
Boote fahren vom Alten Hafen in rund 30 Minuten hinüber. Übernachten ist auf Delos nicht erlaubt, die Besuchszeit richtet sich nach den Abfahrten. Schatten gibt es kaum: Hut, Wasser und feste Schuhe gehören ins Gepäck. Für einen ersten Eindruck reichen drei bis vier Stunden.
Strände
Südküste
Die Südküste ist vor dem Nordwind geschützt, hier liegen die bekanntesten Strände. Vom Platis Gialos pendeln Wassertaxis zu den Buchten weiter östlich.
- Ornos: geschützte Sandbucht nah an der Chora, gut für Familien.
- Platis Gialos: breiter Sandstrand mit Hotels und Tavernen, Bootsstation für die Südstrände.
- Psarou: kleine, elegante Bucht mit Beachclub, Yachten vor Anker und hohen Preisen.
- Paradise und Super Paradise: die klassischen Partystrände mit Beachclubs und Musik bis in die Nacht.
- Elia: einer der längsten Strände der Insel, im hinteren Teil ruhiger.
- Kalafatis: weite Bucht im Osten, bekannt für Windsurfen und Kiten.
Nordküste
Agios Sostis und Fokos im Norden haben kaum Bebauung und keine Liegenreihen, am Fokos gibt es eine einfache Taverne. Bei Meltemi ist das Wasser hier unruhig, an windstillen Tagen sind sie die ruhigsten Strände der Insel.
Das ruhige Mykonos
Im Inselinneren liegt Ano Mera, das zweite Dorf der Insel. Am Dorfplatz steht das Kloster Panagia Tourliani aus dem 16. Jahrhundert mit einer geschnitzten Ikonostase und einem Marmorglockenturm. Um den Platz liegen Tavernen, in denen vor allem Einheimische essen. An der Nordwestspitze steht der Leuchtturm Armenistis aus dem 19. Jahrhundert, ein guter Platz für den Sonnenuntergang mit Blick auf Tinos. In der Nebensaison, im Mai und Oktober, zeigt sich die Insel auch in der Chora deutlich gelassener.
Anreise und Preise
Der Flughafen liegt rund 4 Kilometer südöstlich der Chora. Seine Landebahn ist mit rund 1.900 Metern noch kürzer als die auf Samos, Seitenwind macht die Landung manchmal ruppig. Im Sommer gibt es viele Direktflüge aus europäischen Städten, sonst geht es über Athen.
Fähren fahren von Piräus und Rafina. Schnellfähren brauchen rund 2,5 Stunden, konventionelle Fähren bis zu 5 Stunden. Tägliche Verbindungen bestehen nach Tinos, Andros, Paros, Naxos und Santorini. Auf der Insel fahren Busse ab den Busstationen am Rand der Chora zu den wichtigsten Stränden, dazu kommen Wassertaxis und Mietroller.
Mykonos gehört zu den teuersten Reisezielen Griechenlands. Unterkünfte und Beachclubs kosten in der Hochsaison deutlich mehr als auf den meisten anderen Inseln. Wer sparen will, reist im Juni oder September, bucht früh und wohnt eher in Ornos oder Ano Mera als in Little Venice.
Spezialitäten der Insel
- Kopanisti: würziger, leicht scharfer Streichkäse mit geschützter Ursprungsbezeichnung, gern auf Zwieback mit Tomate.
- Louza: luftgetrocknetes Schweinefilet mit Pfeffer und Kräutern, eine Spezialität der Kykladen.
- Kremydopita: Zwiebelkuchen mit frischem Käse.
- Amygdalota: weiße Mandelplätzchen mit Rosenwasser, in Bäckereien der Chora erhältlich.
Die traditionellen Gerichte findet man eher in den Tavernen von Ano Mera und an kleinen Fischerbuchten wie Agios Sostis als in den Lokalen an der Hafenpromenade.
Klima und Reisezeit
Im Juli und August bläst der Meltemi oft kräftig aus Norden, die Temperaturen liegen um 28 bis 30 Grad. Die Saison mit geöffneten Beachclubs reicht etwa von Mai bis Oktober. Im Winter sind viele Hotels und Lokale geschlossen, dann leben nur die rund 10.000 Einwohner auf der Insel.
Häufige Fragen
Wie kommt man von Mykonos nach Delos?
Mit dem Boot vom Alten Hafen in rund 30 Minuten. Übernachtungen auf Delos sind nicht erlaubt.
Welche Strände sind auf Mykonos ruhig?
Agios Sostis und Fokos an der Nordküste sowie der hintere Teil von Elia. Die Partystrände sind Paradise und Super Paradise.
Ist Mykonos teuer?
Ja, vor allem im Juli und August. In der Vor- und Nachsaison und außerhalb der Chora sinken die Preise deutlich.
Wann ist die beste Reisezeit für Mykonos?
Juni und September: warmes Meer, geöffnete Lokale, weniger Wind und Andrang als im Hochsommer.