Puerto Rico ist die kleinste Insel der Großen Antillen, nach Kuba, Hispaniola und Jamaika. Die Insel verbindet spanisches Kolonialerbe mit US-amerikanischem Alltag – mit Festungen in Viejo San Juan, dem Regenwald El Yunque und leuchtenden Buchten, in denen das Wasser nachts glitzert.
Status und Lage
Puerto Rico liegt östlich von Hispaniola zwischen dem Atlantik und dem Karibischen Meer. Die Hauptinsel ist rund 170 Kilometer lang und 60 Kilometer breit, rund 3,2 Millionen Menschen leben hier. Seit 1898 gehört die Insel zu den USA, heute als Commonwealth, also als Außengebiet mit eigener Verfassung.
Puerto Ricaner sind US-Staatsbürger, dürfen aber den Präsidenten nicht wählen und haben im Kongress nur eine Abgeordnete ohne Stimmrecht, solange sie auf der Insel leben. Die kulturellen Wurzeln sind spanisch geprägt: Für die große Mehrheit ist Spanisch die Muttersprache, Englisch ist zweite Amtssprache. Bezahlt wird mit US-Dollar.
Die Zugehörigkeit zu den USA hat Vor- und Nachteile. Bundesmittel finanzieren Infrastruktur und Gesundheitswesen, zugleich leidet die Insel seit Jahren unter Schulden, Abwanderung aufs Festland und einem anfälligen Stromnetz. Politisch wird immer wieder über den Status gestritten – von Eigenstaatlichkeit als 51. Bundesstaat bis zur Unabhängigkeit.
Zu Puerto Rico gehören mehrere Nebeninseln:
- Vieques und Culebra im Osten, beide bewohnt und touristisch erschlossen
- Culebrita, unbewohnt, östlich von Culebra, mit Leuchtturm und Naturschutzgebiet
- Caja de Muertos, südlich von Ponce, Naturschutzgebiet
- Mona und Monito, unbewohnt, in der Monapassage im Westen, Naturschutzgebiete mit Leguanen und Seevögeln
- Desecheo, unbewohnt, westlich der Hauptinsel
San Juan
Die Hauptstadt ist das touristische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Viejo San Juan, die Altstadt auf einer kleinen Insel an der Hafeneinfahrt, wurde 1521 gegründet. Die Festungen Castillo San Felipe del Morro und Castillo San Cristóbal bilden zusammen mit dem Gouverneurssitz La Fortaleza ein UNESCO-Welterbe. Zwischen den Festungen führen Gassen mit blauem Kopfsteinpflaster an bunten Kolonialhäusern vorbei. Die Calle San Sebastián ist abends Treffpunkt; im Januar findet hier eines der größten Straßenfeste der Insel statt.
Östlich der Altstadt liegen die Hotel- und Strandviertel Condado und Isla Verde. Auf der anderen Seite der Bucht, in Cataño, steht die Casa Bacardí: Die Rumbrennerei produziert hier seit den 1950er-Jahren und bietet Führungen an. Vom Anleger in Viejo San Juan fährt eine kleine Fähre hinüber.
Natur
El Yunque
Nur rund eine Stunde östlich von San Juan liegt der El Yunque National Forest, der einzige tropische Regenwald im Nationalforstsystem der USA. Wanderwege führen durch Baumfarne zu Wasserfällen wie La Mina und zu Aussichtstürmen wie dem Yokahú Tower. Hier lebt auch der Coquí, ein winziger Frosch, dessen Ruf „ko-kí“ nachts überall auf der Insel zu hören ist und der als Nationalsymbol gilt.
Leuchtende Buchten
Puerto Rico hat drei Biolumineszenz-Buchten, in denen Einzeller das Wasser bei jeder Bewegung bläulich aufleuchten lassen: die Mosquito Bay auf Vieques, die als eine der hellsten der Welt gilt, die Laguna Grande bei Fajardo und die Bahía de La Parguera im Südwesten. Am eindrucksvollsten ist das Leuchten in mondlosen Nächten, meist erkundet man die Buchten per Kajak.
Karstregion
Im Nordwesten liegt eine Karstlandschaft mit Kegelhügeln, Dolinen und Höhlen. Im Río Camuy Cave Park fließt ein unterirdischer Fluss durch riesige Hallen. Die Landschaft ist abwechslungsreich: Neben Bergen und Regenwäldern gibt es im Südwesten ausgesprochen trockene Gebiete.
Inseln und Strände
- Culebra: Der Flamenco Beach wird regelmäßig zu den schönsten Stränden der Karibik gezählt. Am Strand stehen noch alte Panzer aus der Zeit, als das Militär die Insel nutzte.
- Vieques: Bis 2003 nutzte die US-Marine große Teile der Insel als Übungs- und Bombenabwurfgelände. Nach jahrelangen Protesten zog sie ab; zurück blieben belastete Flächen, die bis heute saniert werden. Heute ist ein Großteil Naturschutzgebiet mit einsamen Stränden und wilden Pferden.
- Fähren: Nach Vieques und Culebra fahren Fähren ab Ceiba im Osten der Hauptinsel, außerdem gibt es kurze Flüge mit kleinen Maschinen.
- Rincón: An der Westküste liegt das Zentrum der Surfszene. Von etwa November bis März bringen Nordwest-Swells hohe Wellen, im Winter lassen sich vom Ufer Buckelwale beobachten.
- Guánica: Der Trockenwald im Südwesten ist UNESCO-Biosphärenreservat, mit Kakteen, Wanderwegen und ruhigen Buchten.
- Ponce: Die zweitgrößte Stadt an der Südküste hat einen schönen Kolonialkern. Wahrzeichen ist der Parque de Bombas, eine rot-schwarz gestreifte frühere Feuerwache.
Reisezeit
Das Klima ist tropisch mit Tageswerten um 28 bis 31 Grad an der Küste, im Bergland ist es kühler. Von Dezember bis April ist es trockener, das ist die Hauptsaison. Die Hurrikansaison dauert von Juni bis November. Wie verwundbar die Insel ist, zeigte Hurrikan Maria im September 2017: Er zerstörte große Teile des Stromnetzes, Tausende Menschen kamen ums Leben. Die Nordostküste ist feuchter als der trockene Südwesten.
Anreise und Unterwegs
Der Flughafen Luis Muñoz Marín (SJU) liegt in Carolina, rund 5 Kilometer östlich von San Juan, und ist der wichtigste Flughafen der Karibik für Verbindungen in die USA. Aus Europa reist man meist mit Umstieg in den USA an, etwa über New York, Miami oder Atlanta. Auch viele Kreuzfahrtschiffe starten in San Juan.
Für Rundreisen ist ein Mietwagen am praktischsten, Busse gibt es außerhalb des Großraums San Juan kaum. Es herrscht Rechtsverkehr. Eine Besonderheit: Entfernungen sind in Kilometern ausgeschildert, Geschwindigkeitsbegrenzungen in Meilen pro Stunde. In San Juan funktioniert Uber.
Einreise
Puerto Rico gehört zu den USA, daher gelten die US-Einreiseregeln. Deutsche Staatsangehörige können im Rahmen des Visa-Waiver-Programms für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tage ohne Visum einreisen, brauchen aber einen elektronischen Reisepass und eine gültige ESTA-Genehmigung, die spätestens 72 Stunden vor Abflug online beantragt werden sollte. Wer mit Umstieg auf dem US-Festland reist, durchläuft die Einreisekontrolle bereits dort. Die aktuellen Bestimmungen sollten vor der Reise beim Auswärtigen Amt und auf der offiziellen ESTA-Seite geprüft werden.
Die 78 Gemeinden
Puerto Rico ist in 78 Gemeinden (municipios) gegliedert, darunter auch die Inseln Vieques und Culebra. In alphabetischer Reihenfolge:
- Adjuntas
- Aguada
- Aguadilla
- Aguas Buenas
- Aibonito
- Añasco
- Arecibo
- Arroyo
- Barceloneta
- Barranquitas
- Bayamón
- Cabo Rojo
- Caguas
- Camuy
- Canóvanas
- Carolina
- Cataño
- Cayey
- Ceiba
- Ciales
- Cidra
- Coamo
- Comerío
- Corozal
- Culebra
- Dorado
- Fajardo
- Florida
- Guánica
- Guayama
- Guayanilla
- Guaynabo
- Gurabo
- Hatillo
- Hormigueros
- Humacao
- Isabela
- Jayuya
- Juana Díaz
- Juncos
- Lajas
- Lares
- Las Marías
- Las Piedras
- Loíza
- Luquillo
- Manatí
- Maricao
- Maunabo
- Mayagüez
- Moca
- Morovis
- Naguabo
- Naranjito
- Orocovis
- Patillas
- Peñuelas
- Ponce
- Quebradillas
- Rincón
- Río Grande
- Sabana Grande
- Salinas
- San Germán
- San Juan
- San Lorenzo
- San Sebastián
- Santa Isabel
- Toa Alta
- Toa Baja
- Trujillo Alto
- Utuado
- Vega Alta
- Vega Baja
- Vieques
- Villalba
- Yabucoa
- Yauco
Häufige Fragen
Braucht man für Puerto Rico eine ESTA?
Ja. Puerto Rico gehört zu den USA, deutsche Urlauber brauchen daher eine gültige ESTA-Genehmigung und einen elektronischen Reisepass.
Welche Sprache spricht man in Puerto Rico?
Amtssprachen sind Spanisch und Englisch. Im Alltag dominiert Spanisch, in touristischen Gebieten kommt man mit Englisch gut zurecht.
Wo sieht man in Puerto Rico leuchtendes Wasser?
In den drei Biolumineszenz-Buchten: Mosquito Bay auf Vieques, Laguna Grande bei Fajardo und La Parguera im Südwesten.
Was ist der schönste Strand Puerto Ricos?
Als bekanntester gilt der Flamenco Beach auf der Insel Culebra, die per Fähre ab Ceiba erreichbar ist.