Rhodos ist mit rund 1.400 Quadratkilometern die größte Insel des Dodekanes und nach Kreta das beliebteste Inselziel Griechenlands. Eine mittelalterliche Ritterstadt, die weiße Akropolis von Lindos, lange Strände an der Ostküste und rund 300 Sonnentage im Jahr machen die Insel zum Ganzjahresziel.
Rhodos auf einen Blick
- Lage: südöstliche Ägäis, rund 18 Kilometer vor der türkischen Küste
- Fläche und Einwohner: rund 1.400 km², rund 125.000 Einwohner, davon etwa die Hälfte in Rhodos-Stadt
- Höchster Berg: Attavyros mit 1.216 Metern im Westen
- UNESCO-Welterbe: die mittelalterliche Altstadt von Rhodos, seit 1988
- Klima: eine der sonnenreichsten Regionen Europas, Badesaison etwa von Mai bis Oktober
Mythos und Geschichte
Nach der griechischen Sage verteilte Zeus die Welt unter den Göttern, während der Sonnengott Helios mit seinem Wagen unterwegs war. Als Helios leer ausging, wünschte er sich eine Insel, die gerade aus dem Meer aufstieg. Er nannte sie nach der Nymphe Rhode, die er zur Frau nahm. Helios blieb der Schutzgott der Insel.
Ihm zu Ehren errichteten die Rhodier zwischen etwa 292 und 280 v. Chr. den Koloss von Rhodos, eine über 30 Meter hohe Bronzestatue am Hafen, die zu den sieben Weltwundern der Antike zählte. Schon 226 v. Chr. stürzte sie bei einem Erdbeben ein. Dass sie mit gespreizten Beinen über der Hafeneinfahrt stand, ist eine spätere Legende.
Die weitere Geschichte prägt bis heute das Bild der Insel:
- 1309–1522: Der Johanniterorden regiert und baut Rhodos-Stadt zur Festung aus.
- 1522–1912: osmanische Herrschaft, aus der Moscheen und Bäder in der Altstadt stammen.
- 1912–1943: italienische Zeit mit Bauten wie dem Gouverneurspalast am Mandraki-Hafen und den Thermen von Kallithea.
- 1948: Rhodos und der Dodekanes kommen zu Griechenland.
Regionen und Orte
Rhodos-Stadt
Die Hauptstadt an der Nordspitze besteht aus zwei Teilen. Die ummauerte Altstadt mit Großmeisterpalast, Ritterstraße und Basaren ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas. Die Neustadt mit dem Mandraki-Hafen, der Markthalle Nea Agora und Hotels an der Stadtküste ist das moderne Zentrum. Eine ausführliche Übersicht der Bauwerke steht im Beitrag über die Sehenswürdigkeiten von Rhodos.
Ostküste
An der Ostküste ist der Wind schwächer und das Meer ruhiger, deshalb liegen hier die meisten Badeorte:
- Kallithea: Heilbad aus italienischer Zeit mit Kuppeln und Arkaden, restauriert und heute Veranstaltungsort mit Badebucht.
- Faliraki: langer Sandstrand, großer Wasserpark und das lebhafteste Nachtleben der Insel.
- Kolymbia und Tsambika: ruhigerer Ferienort; auf dem Felsen über der Tsambika-Bucht steht ein kleines Kloster, zu dem rund 300 Stufen führen.
- Lindos: weißes Dorf unter der Akropolis mit Kapitänshäusern und der kleinen St.-Pauls-Bucht, wo der Apostel Paulus der Überlieferung nach an Land ging.
- Lardos und Kiotari: ruhigere Orte weiter südlich mit langen Sand- und Kiesstränden und größeren Hotelanlagen.
Westküste und Süden
Die Westküste liegt im Nordwestwind und ist rauer. Ixia und Ialysos nahe der Stadt sind Surfspots mit Hotels, oberhalb von Ialysos liegt der Berg Filerimos mit Kloster und Kreuzweg. Weiter südlich folgen die antike Stadt Kamiros und die Johanniterburg Monolithos auf einem 240 Meter hohen Felsen. Am Südkap liegt Prasonisi: Eine Sandbank verbindet hier eine kleine Insel mit Rhodos, links liegt die Ägäis, rechts das offene Mittelmeer. Weil fast immer Wind weht, ist Prasonisi einer der bekanntesten Kite- und Windsurfspots Europas.
Im Juli 2023 zerstörten Waldbrände große Flächen im Süden und in der Inselmitte, betroffen waren unter anderem die Gegend um Kiotari, Gennadi und Laerma. Die Hotels sind längst wieder in Betrieb, in den Hügeln wächst die Vegetation langsam nach.
Inselinneres und Bergdörfer
Abseits der Küste zeigt Rhodos ein anderes Gesicht. Bei Kolymbia liegen die Sieben Quellen (Epta Piges), ein schattiges Tal, in dem ein enger Wassertunnel zu einem kleinen See führt. In Embonas und Siana am Attavyros werden Wein, Honig und Souma verkauft. Lachania im Süden ist ein altes Dorf mit Steinhäusern, in dem sich Künstler niedergelassen haben.
Ausflüge zu Nachbarinseln
Die beliebteste Tagestour führt nach Symi: Der Hafen Gialos mit bunten klassizistischen Häusern am Hang und das Kloster Panormitis sind mit dem Schiff ab Mandraki in rund ein bis zwei Stunden erreichbar. Von Kamiros Skala an der Westküste fahren Boote auf die kleine Insel Chalki. Im Sommer gibt es außerdem Verbindungen nach Tilos und Karpathos.
Strände
- Anthony Quinn Bay: kleine Felsbucht bei Faliraki mit sehr klarem Wasser, benannt nach dem Schauspieler, der hier 1961 „Die Kanonen von Navarone“ drehte. Gut zum Schnorcheln, im Sommer sehr voll.
- Tsambika: breiter Sandstrand mit flachem Wasser, ideal für Kinder.
- Agathi: geschützte Sandbucht bei Charaki, weniger bebaut.
- Glystra: kleine Sandbucht südlich von Lardos mit ruhigem Wasser.
- Plimmiri: weite Bucht im Südosten, oft einsam, mit Taverne.
- Prasonisi: Doppelstrand an der Südspitze; die Ägäisseite ist windig, die Mittelmeerseite ruhiger.
Anreise und Fortbewegung
Der Flughafen „Diagoras“ liegt bei Paradisi, rund 14 Kilometer südwestlich der Stadt. Im Sommer fliegen zahlreiche Airlines direkt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, im Winter ist das Angebot klein.
Fähren verbinden Rhodos mit Piräus (rund 13 bis 16 Stunden) sowie mit Kos, Symi, Tilos, Karpathos und Kastellorizo. Nach Marmaris in der Türkei dauert die Überfahrt rund eine Stunde. Auf der Insel fahren Busse von der Neustadt aus: die Linien an die Ostküste und nach Lindos ebenso wie die Linien an die Westküste. Für den Süden, Monolithos und die Bergdörfer ist ein Mietwagen die bessere Wahl; von Rhodos-Stadt nach Prasonisi sind es rund 90 Kilometer.
Reisezeit
- April und Mai: grün und blühend, ideal für Ausflüge und Wanderungen, das Meer noch frisch.
- Juni bis August: heiß und trocken, Meltemi an der Westküste.
- September und Oktober: warmes Meer, weniger Andrang; das Wasser bleibt oft bis in den November badewarm.
- Winter: mild, aber regnerisch; viele Hotels an den Stränden schließen, die Stadt bleibt belebt.
Essen und Spezialitäten
- Pitaroudia: frittierte Bällchen aus Kichererbsen, Zwiebeln und Minze.
- Melekouni: Riegel aus Sesam, Honig und Mandeln, traditionell bei Hochzeiten und Taufen verteilt.
- Souma: klarer Tresterbrand, ähnlich dem kretischen Raki.
- Wein aus Embonas: Das Dorf am Attavyros ist das Weinzentrum der Insel, angebaut werden vor allem die Sorten Athiri und Mandilaria.
Häufige Fragen
Welche Küste von Rhodos ist besser zum Baden?
Die Ostküste: weniger Wind, ruhigeres Wasser und die meisten Sandstrände. Die Westküste ist windiger und eher für Surfer interessant.
Wie weit ist Lindos von Rhodos-Stadt entfernt?
Rund 50 Kilometer. Mit dem Auto braucht man etwa eine Stunde, mit dem Bus etwas länger.
Kann man vom Koloss von Rhodos noch etwas sehen?
Nein. Die Statue stürzte 226 v. Chr. bei einem Erdbeben ein, die Reste wurden im Mittelalter verkauft. Wo genau sie stand, ist nicht sicher geklärt.
Wann ist die beste Reisezeit für Rhodos?
Mai, Juni, September und Oktober bieten warmes Wetter ohne die größte Hitze. Baden ist oft bis in den November möglich.