Strand und Nachtleben sind auf Mallorca nur die halbe Geschichte. Zwischen der Kathedrale von Palma, Tropfsteinhöhlen mit Konzertsaal, Bergklöstern und Aussichtspunkten über dem Meer lässt sich jeder Urlaubstag mit einem anderen Ausflug füllen.

Die folgende Auswahl ist nach Themen geordnet. Einen Überblick über Regionen, Orte und Strände gibt der Beitrag über Mallorca.

Palma

Kathedrale La Seu

Die gotische Kathedrale über dem Hafen ist das Wahrzeichen der Insel. Anfang des 20. Jahrhunderts gestaltete Antoni Gaudí den Chorraum neu, darüber hängt sein schwebender Baldachin. Die große Fensterrose im Osten gehört zu den größten gotischen Rosetten Europas. Zweimal im Jahr, am 2. Februar und am 11. November, wirft die Morgensonne ihr farbiges Abbild genau unter die gegenüberliegende Rosette – das „Fest des Lichts“ zieht jedes Mal viele Zuschauer an. In der Seitenkapelle Sant Pere gestaltete der Künstler Miquel Barceló eine Wand aus Keramik.

Palau de l’Almudaina

Direkt neben der Kathedrale steht der Königspalast. Ursprünglich eine maurische Festung, wurde er nach 1229 zur Residenz der Könige von Mallorca umgebaut. Heute nutzt ihn das spanische Königshaus für offizielle Empfänge, ein Teil der Säle ist zu besichtigen.

Castell de Bellver

Die Burg aus dem frühen 14. Jahrhundert ist rund – eine Seltenheit in Europa. Sie steht auf einem bewaldeten Hügel im Westen der Stadt und beherbergt das Stadtmuseum. Von den Dachterrassen reicht der Blick über die gesamte Bucht von Palma.

Es Baluard und Fundació Miró

Das Museum Es Baluard zeigt moderne und zeitgenössische Kunst in einer Bastion der alten Stadtmauer, die Terrasse bietet Blick auf Hafen und Kathedrale. Joan Miró lebte ab 1956 in Cala Major am Stadtrand. In der Fundació Pilar i Joan Miró sind seine Ateliers erhalten, ausgestellt werden Gemälde, Grafiken und Skulpturen.

Tropfsteinhöhlen

Coves del Drac

Die bekannteste Höhle der Insel liegt bei Porto Cristo an der Ostküste. Der Rundgang führt durch Säle voller Tropfsteine zum Lago Martel, einem der größten unterirdischen Seen Europas. Dort spielen Musiker auf beleuchteten Booten ein kurzes Klassikkonzert. Im Sommer sind die Einlasszeiten schnell ausgebucht, Tickets gibt es online.

Coves dels Hams

Nur wenige Kilometer entfernt, ebenfalls bei Porto Cristo. Die Höhle ist nach den hakenförmigen Tropfsteinen benannt (hams = Angelhaken) und stärker inszeniert, mit Lichtshow und Musik.

Coves d’Artà

Bei Canyamel öffnet sich die Höhle hoch über dem Meer. Die Säle sind außergewöhnlich hoch, eine Säule gehört zu den mächtigsten der Insel. Der Legende nach soll die Höhle Jules Verne zu „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ angeregt haben.

Coves de Gènova

Die kleinen Höhlen im Stadtteil Gènova oberhalb von Palma sind die richtige Wahl, wenn die Zeit knapp ist. Der Rundgang dauert nur etwa eine halbe Stunde.

Natur und Aussichtspunkte

Cap de Formentor

Die Halbinsel im Nordosten endet in steilen Klippen mit einem Leuchtturm. Auf dem Weg dorthin liegt der Aussichtspunkt Mirador Es Colomer mit Blick auf die Felsinsel Es Colomer. In der Hochsaison ist die Straße zum Kap tagsüber für Privatautos gesperrt, dann fahren Busse ab Port de Pollença.

Sa Calobra und Torrent de Pareis

Die Straße nach Sa Calobra windet sich in engen Kehren über fast 700 Höhenmeter zum Meer hinunter. An einer Stelle dreht sie sich in einer Schleife unter sich selbst hindurch, dem „Krawattenknoten“ (Nus de sa Corbata). Unten führt ein kurzer Weg durch Felstunnel zur Mündung der Schlucht Torrent de Pareis mit Kiesstrand zwischen senkrechten Wänden. Alternativ kommt man per Boot ab Port de Sóller.

Ma-10 durch die Tramuntana

Die Panoramastraße Ma-10 verläuft von Andratx bis Pollença durch das UNESCO-Welterbe Serra de Tramuntana. Unterwegs liegen Estellencs, Banyalbufar mit seinen Terrassenfeldern, Valldemossa, Deià, Sóller und Fornalutx. Viele Aussichtspunkte (Miradors) haben kleine Parkbuchten, etwa Ses Ànimes bei Banyalbufar.

Naturpark S’Albufera

Das größte Feuchtgebiet der Balearen liegt zwischen Alcúdia und Can Picafort. Auf Wegen und von Beobachtungshütten aus sieht man Reiher, Rallen und viele Zugvögel. Die Wege sind flach, am Infozentrum stehen Fahrradständer. Der Eintritt ist frei, eine Genehmigung gibt es am Besucherzentrum.

Klöster und Burgen

Kloster Lluc

Das wichtigste Pilgerziel Mallorcas liegt mitten in der Serra de Tramuntana. Verehrt wird die Schwarze Madonna „La Moreneta“. Der Knabenchor Els Blauets singt in der Basilika. Rund um das Kloster beginnen Wanderwege, der GR 221 hat hier eine Herberge.

Santuari de Cura

Auf dem Tafelberg Randa, mitten in der Inselebene, zog sich im 13. Jahrhundert der Philosoph Ramon Llull zurück. Das Kloster auf dem Gipfel bietet einen Rundblick über fast die ganze Insel. Auf dem Weg nach oben liegen zwei weitere Einsiedeleien.

Festung Capdepera

Die Mauern aus dem 14. Jahrhundert umschließen den Hügel über dem Ort, darin steht eine kleine Kirche. Von den Zinnen blickt man bis nach Menorca, wenn die Sicht klar ist.

Castell de Santueri

Die Burgruine bei Felanitx sitzt auf einem Felsplateau über der Ebene. Sie ist weniger besucht und ein gutes Ziel für einen ruhigen Nachmittag.

Wochenmärkte

Märkte gehören auf Mallorca zu den schönsten Ausflugszielen, weil man dort mehr vom Alltag sieht als an jeder Sehenswürdigkeit. Der Markt in Sineu am Mittwoch gilt als der älteste der Insel, früher wurde dort auch Vieh gehandelt. In Inca ist donnerstags Markt, im November feiert die Stadt den großen Herbstmarkt Dijous Bo. Santanyí füllt sich samstags mit Ständen für Obst, Keramik und Körbe, Pollença sonntags. Am besten kommt man vor zehn Uhr, später wird es voll und Parkplätze sind knapp.

Mit Kindern

Im Safari-Zoo bei Sa Coma an der Ostküste fährt man mit dem eigenen Auto durch Gehege mit Zebras, Giraffen, Nashörnern und Affen. Aussteigen ist streng verboten, die Fenster bleiben geschlossen – auch wenn ein Tier noch so harmlos aussieht. Alternativ gibt es eine Rundfahrt mit der Safaribahn. Das Palma Aquarium bei der Playa de Palma zeigt Mittelmeerfische, ein Haibecken und einen Dschungelgarten. Die Perlenfabrik von Majorica in Manacor zeigt, wie die Kunstperlen hergestellt werden.

Ausflüge kombinieren

  • Westen: Palma – Valldemossa – Deià – Sóller, zurück mit dem historischen Zug
  • Norden: Pollença – Cap de Formentor – Alcúdia – S’Albufera
  • Osten: Manacor – Coves del Drac – Porto Cristo – Capdepera
  • Inselmitte und Süden: Randa – Felanitx mit Santueri – Santanyí – Es Trenc

Mit dem Mietwagen ist man am flexibelsten. Organisierte Bustouren fahren die großen Ziele wie Formentor, Sa Calobra und die Drachenhöhle ab und lohnen sich, wenn man die engen Bergstraßen nicht selbst fahren möchte.

Häufige Fragen

Welche Höhle auf Mallorca lohnt sich am meisten?

Die Coves del Drac wegen des unterirdischen Sees und des Konzerts. Wer es ruhiger mag, besucht die Coves d’Artà mit ihren hohen Sälen.

Kann man mit dem Auto zum Cap de Formentor fahren?

Außerhalb der Hochsaison ja. Im Sommer ist die Straße tagsüber für Privatautos gesperrt, dann bringt ein Bus Besucher ab Port de Pollença zum Kap.

Was kann man auf Mallorca bei Regen unternehmen?

Palma mit Kathedrale, Almudaina und Museen, die Tropfsteinhöhlen, das Palma Aquarium oder die Perlenfabrik in Manacor.

Welche Sehenswürdigkeit ist ohne Auto erreichbar?

Alles in Palma, dazu Sóller mit dem Zug und Valldemossa per Bus. Zu den Höhlen an der Ostküste fahren Ausflugsbusse aus den Ferienorten.