Die Strände von Mauritius sind traumhaft, doch die Insel hat weit mehr zu bieten: Märkte und Tempel in Port Louis, Wasserfälle und Schluchten im Hochland, einen heiligen Kratersee, farbige Erde und Schutzinseln mit Riesenschildkröten. Dieser Überblick stellt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nach Regionen vor und zeigt, wie man Ausflüge am besten organisiert.
Port Louis und der Norden
Port Louis
Die Hauptstadt im Nordwesten ist laut, bunt und in einem halben oder ganzen Tag gut zu Fuß zu erkunden:
- Zentralmarkt: In den Markthallen aus dem 19. Jahrhundert gibt es Obst, Gemüse, Gewürze, Tee, Kunsthandwerk und Streetfood wie Dholl Puri, ein mit Linsenmehl gefülltes Fladenbrot. Am Vormittag ist am meisten los.
- Caudan Waterfront: Die Hafenpromenade mit Geschäften, Cafés und Kunsthandwerkermarkt ist der entspanntere Gegenpol zum Markt.
- Aapravasi Ghat: Über dieses Einwandererdepot kamen ab 1849 Hunderttausende Vertragsarbeiter aus Indien auf die Insel. Die Reste der Anlage sind UNESCO-Welterbe, ein Besucherzentrum erklärt die Geschichte.
- Fort Adelaide: Die britische Zitadelle auf einem Hügel bietet den besten Blick über Stadt und Hafen.
- Champ de Mars: Die 1812 eröffnete Pferderennbahn ist die älteste der Südhalbkugel. In der Rennsaison finden meist samstags Rennen statt, die halb Port Louis anziehen.
- Blue Penny Museum: Das Museum zeigt die berühmten Mauritius-Briefmarken von 1847, darunter die „Blaue Mauritius“, sowie alte Karten und Kunst.
- Chinatown und Jummah-Moschee: Nur wenige Schritte trennen die Läden und Garküchen von Chinatown von der Jummah-Moschee aus dem 19. Jahrhundert, einem der schönsten Bauwerke der Stadt.
Botanischer Garten von Pamplemousses
Der Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden nördlich von Port Louis gehört zu den ältesten botanischen Gärten der Südhalbkugel. Der französische Verwalter Pierre Poivre machte ihn im 18. Jahrhundert zum Versuchsgarten für Gewürze. Berühmt ist der Teich mit Riesenseerosen, deren Blätter über einen Meter Durchmesser erreichen, außerdem Talipot-Palmen, die nur einmal im Leben blühen, und ein Gehege mit Riesenschildkröten.
L’Aventure du Sucre
In der früheren Zuckerfabrik Beau Plan direkt neben dem Garten erzählt ein Museum die Geschichte des Zuckers, der Sklaverei und der Vertragsarbeit – anschaulich an den originalen Maschinen. Zum Abschluss gibt es eine Verkostung verschiedener Zucker und Rumsorten.
Cap Malheureux
An der Nordspitze steht die kleine Kirche Notre-Dame-Auxiliatrice mit ihrem roten Dach vor dem Meer. Gegenüber liegt die Felsinsel Coin de Mire, zu der Katamarane ab Grand Baie fahren.
Hochland und Südwesten
Black River Gorges National Park
Der größte Nationalpark der Insel schützt die letzten Reste des ursprünglichen Regenwalds. Hier leben endemische Arten wie der Mauritiusfalke, der Mauritiussittich und die Rosentaube, die alle knapp vor dem Aussterben gerettet wurden. Zahlreiche markierte Wanderwege führen durch den Park. Der Aufstieg auf den Piton de la Petite Rivière Noire, mit 828 Metern der höchste Berg von Mauritius, dauert von Plaine Champagne aus etwa eine Stunde. Von Aussichtspunkten wie dem Gorges Viewpoint und den Alexandra Falls blickt man in die Schlucht bis zur Westküste.
Chamarel
In den Hügeln über der Westküste liegt die Siebenfarbige Erde: kleine Dünen aus vulkanischer Erde, die in Rot-, Braun-, Violett- und Gelbtönen schimmern und sich nicht vermischen. Im selben Park stürzt der Wasserfall von Chamarel rund 100 Meter in die Tiefe. In der Nähe lassen sich eine Rumbrennerei und Aussichtspunkte über die Bucht von Le Morne besuchen.
Grand Bassin (Ganga Talao)
Der Kratersee im Hochland ist der wichtigste Wallfahrtsort der mauritischen Hindus. Am Ufer stehen Tempel, am Eingang eine rund 33 Meter hohe Statue des Gottes Shiva. Zum Fest Maha Shivaratri pilgern jedes Jahr Hunderttausende hierher, viele zu Fuß von ihren Heimatorten. Besucher sollten Schultern und Knie bedecken und vor den Tempeln die Schuhe ausziehen.
Trou aux Cerfs
Mitten in der Stadt Curepipe liegt dieser erloschene Krater mit rund 300 Metern Durchmesser. Ein Rundweg am Kraterrand bietet bei klarem Wetter Ausblick über die Insel bis zu den Bergen um Port Louis.
Le Morne Brabant
Der 556 Meter hohe Felsberg am Südwestende war im 18. und 19. Jahrhundert Zuflucht entflohener Sklaven und ist heute UNESCO-Welterbe. Der Aufstieg auf dem markierten Weg dauert hin und zurück rund drei bis vier Stunden, das letzte Stück ist steil und felsig; viele Wanderer gehen mit einem Führer. Oben blickt man auf die Lagune mit ihrem „Unterwasserwasserfall“ – einer optischen Täuschung, die durch Sandabflüsse am Riffhang entsteht und am besten aus dem Helikopter zu sehen ist.
Osten und Süden
Île aux Cerfs
Die Insel vor Trou d’Eau Douce ist das beliebteste Bootsziel der Ostküste, mit weißen Stränden, Lagune und Wassersport. Viele Touren kombinieren den Besuch mit einer Fahrt zum Wasserfall der Grande Rivière Sud-Est. Die Insel ist unbewohnt, aber touristisch erschlossen; ruhiger ist es am frühen Vormittag oder an den Stränden abseits der Anlegestelle.
Mahébourg
Die Kleinstadt an der Bucht von Grand Port hat eine schöne Uferpromenade und montags einen großen Markt. Das National History Museum in einem Kolonialhaus zeigt Funde vom Seegefecht bei Grand Port 1810, dem einzigen Seesieg Napoleons gegen die Briten, sowie Dodo-Knochen.
Île aux Aigrettes
Das kleine Naturschutzgebiet vor Mahébourg wird von der Mauritian Wildlife Foundation betreut und kann nur mit Führung besucht werden. Auf der Insel wurde der ursprüngliche Küstenwald wiederhergestellt; hier leben Aldabra-Riesenschildkröten, Rosentauben und seltene Geckos.
La Vallée des Couleurs und La Vanille Nature Park
Im Süden liegen zwei beliebte Ausflugsparks: La Vallée des Couleurs mit farbiger Erde, Wasserfällen und langen Ziplines sowie La Vanille Nature Park bei Rivière des Anguilles mit Nilkrokodilen, Aldabra-Riesenschildkröten und einer großen Insektensammlung – ein gutes Ziel für Familien.
Gris Gris und Le Souffleur
An der Südküste fehlt das schützende Riff. Bei Gris Gris nahe Souillac brechen die Wellen spektakulär an den Klippen, Baden ist hier verboten. Etwas weiter östlich schießt bei hoher Brandung am Le Souffleur Wasser durch eine Felsöffnung in die Höhe.
Delfine und Wale verantwortungsvoll beobachten
In der Bucht von Tamarin und vor der Westküste leben Große Tümmler und Spinnerdelfine. Bootsausflüge dorthin sind sehr beliebt, doch in der Hauptsaison bedrängen oft viele Boote gleichzeitig die Tiere. Für die Beobachtung von Meeressäugern gelten Vorschriften zu Abstand, Geschwindigkeit und Anzahl der Boote. Wer mitfahren möchte, sollte einen Anbieter wählen, der sie einhält, früh am Morgen startet und keine Garantie für das Schwimmen mit Delfinen verspricht. Buckelwale ziehen etwa von Juli bis Oktober an der Insel vorbei, meist an der Westküste.
Ausflüge planen
- Mietwagen: Die flexibelste Lösung. Es herrscht Linksverkehr, die Straßen sind gut, aber schmal. Für die Rundfahrt Chamarel – Black River Gorges – Grand Bassin reicht ein Tag.
- Taxi für den Tag: Viele Taxifahrer bieten Tagestouren an. Preis und Route vorab verbindlich absprechen und klar sagen, dass keine Stopps in Souvenirgeschäften gewünscht sind – sonst endet die Tour oft in Modellschiff-Werkstätten und Textilläden.
- Organisierte Rundfahrten: Für Nord-, Süd- und Westtouren gibt es geführte Ausflüge, die über Hotels oder lokale Agenturen buchbar sind.
- Rodrigues: Die Schwesterinsel liegt rund 90 Flugminuten entfernt und ist ruhig, ländlich und ideal zum Wandern und Schnorcheln. Für einen Tagesausflug ist sie zu weit, drei bis vier Tage sind sinnvoll. Flüge frühzeitig buchen.
- La Réunion: Die französische Nachbarinsel mit Vulkan Piton de la Fournaise und Talkesseln erreicht man in rund 45 Minuten Flug. Auch hier lohnt sich nur ein mehrtägiger Abstecher.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Mauritius?
Port Louis mit Markt und Aapravasi Ghat, der Botanische Garten von Pamplemousses, der Black River Gorges National Park, die Siebenfarbige Erde von Chamarel, Grand Bassin und die Île aux Cerfs.
Wie hoch ist der höchste Berg von Mauritius?
Der Piton de la Petite Rivière Noire im Black River Gorges National Park ist 828 Meter hoch.
Kann man Rodrigues als Tagesausflug besuchen?
Nicht sinnvoll. Die Flugzeit beträgt rund 90 Minuten pro Strecke, besser sind mindestens drei Nächte.
Lohnt sich ein Mietwagen auf Mauritius?
Ja, für eigene Ausflüge ins Hochland und in den Süden. Es herrscht Linksverkehr; alternativ bieten Taxifahrer Tagestouren zum Festpreis an.