Oʻahu ist mit rund 1.545 Quadratkilometern die drittgrösste Insel Hawaiis – und die wichtigste. Hier liegen die Hauptstadt Honolulu, der Strand von Waikīkī, Pearl Harbor und die berühmte Surfküste North Shore. Fast alle Reisenden aus Europa landen zuerst auf Oʻahu.
Oʻahu im Überblick
Die Insel ist vor rund 2,5 bis 4 Millionen Jahren aus zwei Vulkanen entstanden, deren Reste heute zwei parallele Gebirgszüge bilden: die Waiʻanae Range im Westen und die Koʻolau Range im Osten. Dazwischen liegt eine fruchtbare Hochebene, auf der früher Ananas und Zuckerrohr angebaut wurden.
Der Beiname „The Gathering Place“ passt: Auf Oʻahu leben rund eine Million Menschen, gut zwei Drittel aller Einwohner Hawaiis. Honolulu mit seinen Hochhäusern wirkt eher wie eine amerikanische Grossstadt als wie ein Inselort. In der Hauptsaison kommen täglich Zehntausende Besucher hinzu, vor allem vom US-Festland und aus Japan. Wer die ruhigen Seiten sucht, findet sie an der Nord-, Ost- und Westküste.
Der Daniel K. Inouye International Airport in Honolulu ist der grösste Flughafen Hawaiis und Drehkreuz für Flüge zu den anderen Inseln.
Honolulu
ʻIolani-Palast
Der ʻIolani-Palast in der Innenstadt ist der einzige Königspalast auf dem Boden der USA. König Kalākaua liess ihn 1882 errichten; er hatte schon elektrisches Licht, bevor das Weisse Haus welches bekam. Nach dem Sturz der Monarchie 1893 wurde Königin Liliʻuokalani hier 1895 fast acht Monate lang in einem Zimmer gefangen gehalten. Heute ist der Palast ein Museum mit Führungen.
Chinatown und Bishop Museum
Chinatown am Rand der Innenstadt ist eine der ältesten Chinatowns der USA, mit Märkten für Fisch, Früchte und Blumenketten, kleinen Restaurants und Galerien. Das Bishop Museum im Stadtteil Kalihi ist das grösste Museum Hawaiis. Es zeigt Federumhänge der Könige, Kanus, Werkzeuge und Kunst aus ganz Polynesien sowie naturkundliche Sammlungen.
Waikīkī
Der Stadtteil Waikīkī war einst ein Sumpfgebiet und Rückzugsort der hawaiischen Königsfamilie. Heute reihen sich hier Hotels, Geschäfte und Restaurants an einem rund 3 Kilometer langen Strandabschnitt. Die Wellen vor Waikīkī sind lang und sanft – ideal für Surfanfänger; Surfschulen und Brettverleih gibt es überall. Am Strand erinnert eine Statue an Duke Kahanamoku, den Olympiaschwimmer, der das Surfen weltweit bekannt machte.
Diamond Head (Lēʻahi)
Das Wahrzeichen Honolulus ist ein Tuffkegel, der vor rund 300.000 Jahren bei einem einzigen kurzen Ausbruch entstand. Der hawaiische Name Lēʻahi bedeutet etwa „Stirn des Thunfischs“. Den englischen Namen gaben ihm britische Seeleute im 19. Jahrhundert, die Calcitkristalle im Gestein für Diamanten hielten. Ein Wanderweg führt rund 1,3 Kilometer (einfach) durch Tunnel und über Treppen zum Kraterrand auf 232 Metern mit Blick über Waikīkī. Besucher von ausserhalb Hawaiis müssen Eintritt und Parken vorab online reservieren. Am besten startet man früh am Morgen, bevor es heiss wird.
Hanauma Bay
Die Bucht im Südosten der Insel ist ein eingestürzter Vulkankrater, der zum Meer hin offen ist. Das Riff ist Naturschutzgebiet und einer der besten Schnorchelplätze Hawaiis, mit Doktorfischen, Papageifischen und oft Meeresschildkröten. Die Zahl der Besucher ist begrenzt: Tickets müssen online reserviert werden, vor dem Schnorcheln sehen alle Gäste ein kurzes Video über Verhaltensregeln. An zwei Tagen pro Woche ist die Bucht geschlossen, damit sich das Riff erholen kann; die aktuellen Tage stehen auf der Website der Stadt.
Pearl Harbor National Memorial
Am 7. Dezember 1941 griffen japanische Flugzeuge die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor an. Über 2.400 Amerikaner starben, allein auf dem Schlachtschiff USS Arizona 1.177 Besatzungsmitglieder. Die Gedenkstätte liegt rund 30 Minuten westlich von Waikīkī und umfasst mehrere Stationen:
- USS Arizona Memorial: ein weisser Bau über dem Wrack, das bis heute auf dem Hafengrund liegt. Noch immer steigen Öltropfen aus dem Schiff auf. Die kurze Bootsfahrt zum Memorial ist kostenlos, die Zeitfenster-Tickets sollten aber vorab online reserviert werden.
- Battleship Missouri Memorial: Auf dem Deck der „Mighty Mo“ unterzeichnete Japan am 2. September 1945 in der Bucht von Tokio die Kapitulation. So stehen Anfang und Ende des Pazifikkriegs für die USA an einem Ort.
- USS Bowfin: ein U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das besichtigt werden kann.
- Pearl Harbor Aviation Museum: Flugzeuge und Hangars auf Ford Island, teils mit Einschusslöchern vom Angriff.
Taschen sind auf dem Gelände nicht erlaubt; Wertsachen gibt man gegen Gebühr in einer Gepäckaufbewahrung ab. Für alle Stationen braucht man einen ganzen Tag.
Die North Shore
Die Nordküste ist das Mekka des Wellenreitens. Von November bis März rollen Winterwellen von oft über 9 Metern Höhe an die Riffe. Dann finden hier die grossen Wettbewerbe der Triple Crown of Surfing statt, Zuschauer stehen am Strand.
- Haleʻiwa: der Hauptort, ein altes Plantagenstädtchen mit Surfläden, Galerien, Foodtrucks und dem berühmten Shave Ice.
- Waimea Bay: im Winter Big-Wave-Spot, im Sommer eine glatte Badebucht, in der man von einem Felsen ins Wasser springt.
- Banzai Pipeline (Ehukai Beach): die berühmteste Welle der Welt, die über einem flachen Riff zu einer perfekten Röhre bricht.
- Sunset Beach: lange, kraftvolle Wellen und im Sommer ruhiges Wasser.
- Laniākea Beach: Hier kommen oft grüne Meeresschildkröten an Land. Freiwillige sperren einen Bereich ab; rund 3 Meter Abstand sind Pflicht.
Ostküste und Westküste
Kailua und Lanikai
Auf der Windward Coast im Osten liegen zwei der schönsten Strände Hawaiis. Kailua Beach ist breit, mit feinem Sand und oft Wind für Kitesurfer. Im benachbarten Lanikai liegen vor dem Strand die beiden Inselchen Nā Mokulua, zu denen man mit dem Kajak paddeln kann. Parken ist in Lanikai kaum möglich; man kommt besser zu Fuss oder mit dem Rad aus Kailua.
Makapuʻu und Koʻolau-Klippen
Der Makapuʻu Point Lighthouse Trail an der Ostspitze ist ein asphaltierter Weg von rund 3 Kilometern hin und zurück, ohne Schatten. Oben reicht der Blick über die Küste bis nach Molokaʻi; im Winter sieht man oft Buckelwale. Nördlich davon steigen die Koʻolau-Klippen senkrecht und grün aus der Ebene auf.
Kualoa Ranch und Polynesian Cultural Center
Das Tal der Kualoa Ranch diente als Kulisse für Filme wie „Jurassic Park“ und „Jumanji“. Besucher erkunden es bei geführten Touren mit Bus, Geländewagen oder zu Pferd. Weiter nördlich in Lāʻie stellt das Polynesian Cultural Center die Kulturen von Hawaii, Samoa, Tonga, Fidschi, Tahiti und Aotearoa (Neuseeland) in nachgebauten Dörfern vor, abends mit einer grossen Show.
Mānoa Falls
Nur 15 Minuten von Waikīkī entfernt führt ein Pfad von rund 1,3 Kilometern durch Regenwald mit Bambus und Banyanbäumen zu einem etwa 45 Meter hohen Wasserfall. Der Weg ist oft schlammig; feste Schuhe und Mückenschutz helfen.
Westküste und Kaʻena Point
Die Waiʻanae-Küste im Westen ist wenig touristisch und trocken, mit weiten Stränden wie Mākaha. Am Kaʻena Point, der äussersten Westspitze, endet die Strasse. Zu Fuss erreicht man ein Schutzgebiet, in dem Albatrosse brüten und Mönchsrobben am Ufer ruhen.
Reisepraxis
- Fortbewegung: In Honolulu kommt man mit TheBus gut voran; eine Stadtbahn (Skyline) ist in Teilen in Betrieb. Für North Shore und Ostküste ist ein Mietwagen bequemer. Im Berufsverkehr staut es sich rund um Honolulu erheblich.
- Fahrzeiten: von Waikīkī zur North Shore je nach Verkehr 50 bis 90 Minuten.
- Reisezeit: ganzjährig warm. Surfer und Walbeobachter kommen im Winter, Badeurlauber an der Nordküste im Sommer.
- Sicherheit im Wasser: Starke Strömungen und Brandung sind häufig. Am besten nur an Stränden mit Rettungsschwimmern baden, Warnflaggen beachten und im Winter an der Nordküste nicht ins Wasser gehen.
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Oʻahu?
Fünf bis sieben Tage reichen für Honolulu, Pearl Harbor, einen Tag an der North Shore und einen an der Ostküste.
Muss man für Pearl Harbor reservieren?
Der Eintritt zum USS Arizona Memorial ist kostenlos, die Zeitfenster sind aber begrenzt. Eine Online-Reservierung vorab ist sehr zu empfehlen. Missouri, Bowfin und Luftfahrtmuseum kosten Eintritt.
Wo ist Oʻahu am ruhigsten?
An der Ostküste rund um Kailua, an der North Shore im Sommer und an der Westküste bei Waiʻanae.
Kann man auf Oʻahu ohne Auto auskommen?
In Honolulu und Waikīkī ja. Für Ausflüge sind Bus oder Touren möglich, ein Mietwagen für einige Tage macht aber deutlich flexibler.