Maui – The Valley Isle – nennt sich gern auch The Magic Isle. Mit Stränden, dem Vulkan Haleakalā und der Road to Hana ist die Insel eines der beliebtesten Reiseziele Hawaiis. Seit dem verheerenden Brand von Lahaina 2023 gehört zu einer Reise nach Maui auch Rücksicht auf eine Insel im Wiederaufbau.

Warum Maui „The Valley Isle“ heisst

Maui ist mit rund 1.880 Quadratkilometern die zweitgrösste Insel Hawaiis. Sie besteht aus zwei Vulkanen: den stark verwitterten West Maui Mountains im Westen und dem gewaltigen Haleakalā im Osten. Dazwischen liegt eine flache Landenge, das „Tal“, das der Insel ihren Beinamen gab. Hier liegen der Hauptort Kahului, das Verwaltungszentrum Wailuku und der wichtigste Flughafen. Auf Maui leben rund 155.000 Menschen.

Natur und Sehenswürdigkeiten

Haleakalā

Der Haleakalā („Haus der Sonne“) nimmt rund 75 Prozent der Inselfläche ein und erreicht 3.055 Meter. Seine Gipfelsenke ist rund 11 Kilometer lang und bis zu 800 Meter tief. Trotz ihres Aussehens ist sie kein Krater, sondern durch Erosion entstanden; später füllten Schlackenkegel und Lavaströme das Tal teilweise wieder auf. Lange nahm man an, der Vulkan sei zuletzt 1790 ausgebrochen. Neuere Datierungen zeigen, dass der letzte Ausbruch rund 400 bis 600 Jahre zurückliegt. Der Haleakalā gilt als ruhend, nicht erloschen.

Berühmt ist der Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer. Für die Einfahrt zum Gipfel zwischen 3 und 7 Uhr morgens ist eine Reservierung über die Website des Nationalparks nötig; oben ist es dann oft nur knapp über dem Gefrierpunkt. Wanderwege wie der Sliding Sands Trail führen hinab in die Senke. Nur am Haleakalā wächst das Haleakalā-Silberschwert (ʻāhinahina), eine kugelige Pflanze mit silbrigen Blättern, die nach bis zu 90 Jahren einmal blüht und dann abstirbt.

ʻĪao Valley

In den West Maui Mountains oberhalb von Wailuku liegt das ʻĪao Valley. Aus dem grünen Tal ragt die rund 370 Meter hohe Felsnadel ʻĪao Needle (Kūkaʻemoku). 1790 besiegte Kamehameha I. hier die Truppen Mauis in einer blutigen Schlacht, einem entscheidenden Schritt zur Einigung der Inseln. Für Besucher von ausserhalb Hawaiis ist eine Reservierung nötig.

Road to Hana

Die Strasse von Kahului nach Hana ist rund 80 Kilometer lang, hat etwa 600 Kurven und rund 59 Brücken, viele davon einspurig. Für die Fahrt mit Stopps braucht man einen ganzen Tag. Unterwegs liegen Wasserfälle wie die Twin Falls und Wailua Falls, der Garten von Keʻanae und der Waiʻānapanapa State Park mit schwarzem Lavastrand, Höhlen und Meeresbögen; für ihn ist eine Reservierung erforderlich. Hinter Hana folgen im Kīpahulu-Bezirk des Haleakalā-Nationalparks die Pools von ʻOheʻo und der Pīpīwai Trail zum rund 120 Meter hohen Waimoku-Wasserfall. Wichtig: Nur an ausgewiesenen Stellen parken und keine Privatgrundstücke betreten.

Strände

  • Kāʻanapali: rund 5 Kilometer Sandstrand im Westen mit Uferpromenade, Resorts und gutem Schnorchelplatz am Felsen Puʻu Kekaʻa (Black Rock).
  • Kapalua: geschützte Buchten im Nordwesten, bei ruhigem Wasser ideal zum Schwimmen und Schnorcheln.
  • Kīhei: sonnige Südküste mit vielen Stränden, Ferienwohnungen und Restaurants.
  • Wailea: gepflegte Strände vor grossen Resorts, verbunden durch einen Uferweg.
  • Mākena: weitgehend naturbelassen, darunter der rund einen Kilometer lange Big Beach (Oneloa); starke Brandung, Vorsicht beim Schwimmen.

Surfen, Windsurfen, Schnorcheln

Hoʻokipa an der Nordküste bei Pāʻia gilt als einer der besten Windsurf-Spots der Welt; vom Aussichtspunkt lassen sich Profis beobachten, am Strand ruhen oft Meeresschildkröten. Weiter östlich liegt Peʻahi, besser bekannt als „Jaws“: Bei grossen Winterstürmen brechen hier Wellen von über 15 Metern, die nur Profis mit Jetski-Unterstützung surfen. Vor der Südküste ragt der halb versunkene Krater Molokini aus dem Meer – ein Meeresschutzgebiet mit klarem Wasser und vielen Fischarten, erreichbar nur per Boot.

Buckelwale

Von Dezember bis April kommen Tausende Buckelwale aus Alaska in die warmen, flachen Gewässer zwischen Maui, Lānaʻi und Molokaʻi, um ihre Kälber zur Welt zu bringen. Von der Küste bei Kīhei, Wailea und Lahaina aus sind der Blas und die Sprünge oft mit blossem Auge zu sehen, Bootstouren starten in Māʻalaea und Kāʻanapali.

Orte auf Maui

Kahului und Wailuku

Kahului entstand als Zuckerrohrstadt und ist heute mit dem benachbarten Wailuku zum wirtschaftlichen Zentrum der Insel zusammengewachsen. Der Kahului Airport ist der wichtigste Flughafen Mauis. Daneben gibt es den kleinen Kapalua Airport im Westen und den Hana Airport im Osten.

Upcountry

An den Hängen des Haleakalā liegen auf 500 bis 1.200 Metern Höhe die Orte Kula und Makawao. Es ist kühler als an der Küste, es gibt Farmen, Lavendelfelder, ein Weingut und die Tradition der hawaiischen Cowboys (paniolo), die in Makawao jedes Jahr mit einem Rodeo gefeiert wird.

Lahaina und der Brand von 2023

Die Geschichte Lahainas

Lahaina an der Westküste war von 1820 bis 1845 Königssitz des Königreichs Hawaii. Im 19. Jahrhundert ankerten hier Hunderte Walfangschiffe im Jahr. Die Front Street mit ihren Holzhäusern, der riesige Banyan-Baum von 1873 auf dem Platz am Hafen und das Pioneer Inn, das erste Hotel des Ortes aus dem Jahr 1901, waren Wahrzeichen und Anziehungspunkte für Besucher.

Das Feuer vom 8. August 2023

Am 8. August 2023 trieben Sturmböen eines vorbeiziehenden Hurrikans ein Feuer durch das ausgetrocknete Grasland oberhalb der Stadt. Innerhalb weniger Stunden brannte Lahaina fast vollständig nieder. Mindestens 102 Menschen starben – es war der tödlichste Waldbrand in den USA seit über 100 Jahren. Über 2.200 Gebäude wurden zerstört, die meisten davon Wohnhäuser. Auch das Pioneer Inn und die historische Front Street fielen den Flammen zum Opfer. Der Banyan-Baum überlebte stark beschädigt; nach intensiver Pflege treibt er wieder aus.

Wiederaufbau und Verhalten als Gast

Der Wiederaufbau der Wohnhäuser und Geschäfte wird noch Jahre dauern. Die Trümmer sind beseitigt, und die Front Street ist wieder befahrbar, doch viele Grundstücke sind noch leer. Für Besucher gilt: Das ehemalige Brandgebiet ist kein Ausflugsziel. Nicht anhalten, um zu fotografieren, und keine Grundstücke betreten. Die übrigen Orte West Mauis, darunter Kāʻanapali, Nāpili und Kapalua, empfangen Gäste; der Tourismus ist für viele Bewohner, die ihre Arbeit behalten wollen, wichtig. Wer helfen möchte, kauft bei lokalen Geschäften ein.

Reisepraxis

  • Anreise: Direktflüge aus Europa gibt es nicht; umgestiegen wird an der US-Westküste. Von dort fliegen viele Verbindungen direkt nach Kahului. Die Reisezeit ab Mitteleuropa beträgt rund 18 bis 22 Stunden.
  • Mietwagen: fast unverzichtbar, da Busse nur selten fahren.
  • Unterkunft: Kīhei und Wailea im Süden sind am sonnigsten, Kāʻanapali und Kapalua im Westen bieten Resorts, Pāʻia und Hana ein ruhigeres Umfeld.
  • Wasser: Maui leidet regelmässig unter Trockenheit. Sparsamer Umgang mit Wasser in Unterkünften hilft der Insel.
  • Reservierungen: Haleakalā-Sonnenaufgang, ʻĪao Valley und Waiʻānapanapa früh buchen.

Häufige Fragen

Kann man Lahaina besuchen?

Durch die Stadt führt die Hauptstrasse nach Kāʻanapali, das ehemalige Brandgebiet selbst ist aber kein Besucherziel. Die Bewohner bitten darum, dort nicht anzuhalten oder zu fotografieren.

Braucht man für den Sonnenaufgang am Haleakalā eine Reservierung?

Ja. Für die Einfahrt zwischen 3 und 7 Uhr ist eine Reservierung beim National Park Service nötig, zusätzlich zum Parkeintritt. Für den Sonnenuntergang ist keine Reservierung erforderlich.

Wie lange dauert die Road to Hana?

Ohne Stopps rund zweieinhalb bis drei Stunden pro Strecke. Mit Wasserfällen, Stränden und Wanderungen sollte man einen ganzen Tag einplanen oder in Hana übernachten.

Wann sieht man vor Maui Wale?

Von Dezember bis April, am häufigsten von Januar bis März.