Zakynthos ist die südlichste der großen Ionischen Inseln. Steile Kalkklippen im Westen, Sandstrände im Süden, auf denen Meeresschildkröten ihre Eier ablegen, und die berühmte Schiffswrack-Bucht Navagio machen die rund 406 Quadratkilometer große Insel zu einem der beliebtesten Reiseziele Griechenlands.
Zakynthos auf einen Blick
- Lage: Ionisches Meer, knapp 20 Kilometer vor der Westküste der Peloponnes, südlich von Kefalonia
- Fläche: rund 406 km²; italienischer Beiname „Zante“ und „Blume des Ostens“ aus venezianischer Zeit
- Landschaft: Berge und Klippen im Westen, fruchtbare Ebene mit Oliven, Wein und Korinthen im Osten, Sandstrände im Süden
- Flughafen: „Dionysios Solomos“, rund 5 Kilometer südlich der Inselhauptstadt
- Schutzgebiet: Nationaler Meerespark in der Bucht von Laganas
Navagio: die Schiffswrack-Bucht
Die Bucht Navagio an der Nordwestküste ist das bekannteste Fotomotiv der Insel. Zwischen senkrechten, bis zu 200 Meter hohen Kalkwänden liegt ein weißer Kiesstrand, darauf das rostige Wrack der „Panagiotis“. Das Frachtschiff strandete 1980 und soll Schmuggelware an Bord gehabt haben, deshalb heißt die Bucht auch Schmugglerbucht.
Was derzeit erlaubt ist
Nach mehreren Felsstürzen haben die Behörden den Strand gesperrt. Betreten, Baden und Anlegen sind bis Ende Oktober 2026 verboten, Boote müssen mindestens 50 Meter Abstand zum Ufer halten. Ausflugsboote fahren weiterhin an der Bucht vorbei, sodass man das Wrack vom Wasser aus sieht. Wie es danach weitergeht, entscheiden die Behörden nach neuen Gutachten.
Der klassische Blick von oben ist von einer Aussichtsplattform an der Klippe möglich, erreichbar über die Straße vom Dorf Anafonitria. Die Plattform wird mit Absperrungen gesichert, an manchen Tagen ist der Zugang eingeschränkt. Am frühen Vormittag ist es dort am ruhigsten.
Meeresnationalpark und Schildkröten
Die Bucht von Laganas im Süden ist einer der wichtigsten Nistplätze der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im Mittelmeer. Um die Tiere zu schützen, wurde 1999 der Nationale Meerespark Zakynthos gegründet. Die Weibchen kommen von etwa Ende Mai bis August nachts an Land und graben ihre Nester in den Sand, rund zwei Monate später schlüpfen die Jungtiere.
Niststrände
- Gerakas: Sandstrand an der Spitze der Vasilikos-Halbinsel mit Informationszentrum.
- Sekania: der Strand mit den meisten Nestern, für Besucher komplett gesperrt.
- Kalamaki und Ost-Laganas: geschützte Zonen mit markierten Nestern.
- Marathonisi: kleine Insel vor Keri, deren Umriss an eine Schildkröte erinnert; Nistplatz und beliebtes Bootsziel.
Regeln an den Niststränden
- Die Strände sind in der Saison nachts gesperrt, meist von 19 bis 7 Uhr.
- Schirme und Liegen nur im vorderen, wassernahen Streifen, dort, wo keine Nester liegen.
- Markierte Nester mit Gitter und Schild nicht berühren, keine Löcher graben, keine Sandburgen im hinteren Bereich.
- Boote halten in den Zonen der Bucht Tempolimits ein; Schildkröten im Wasser nicht verfolgen oder füttern.
Die Käfige aus Draht, die man an manchen Stränden sieht, schützen Gelege vor Füßen und Sonnenschirmen.
Weitere Ausflüge
Blaue Grotten am Kap Skinari
An der Nordspitze der Insel hat das Meer Höhlen und Bögen in die Kalkfelsen gewaschen. Das Licht färbt das Wasser in den Grotten intensiv blau. Kleine Boote fahren ab dem Hafen von Agios Nikolaos und vom Leuchtturm Skinari hinein, viele Touren kombinieren die Grotten mit einer Fahrt entlang der Westküste Richtung Navagio. Am Vormittag ist das Licht am besten, bei Wellengang fallen die Fahrten aus.
Keri: Leuchtturm und Klippen
Im Südwesten steht auf den Klippen von Keri ein Leuchtturm mit Café und weitem Blick über das offene Meer. Der Ort gilt als der beste Platz für den Sonnenuntergang. Unterhalb liegen Grotten und Felsbögen wie Mizithres, zwei weiße Felsnadeln im Meer, die man vom Aussichtspunkt oder vom Boot aus sieht. Vom kleinen Hafen Limni Keri starten Boote zu den Höhlen und nach Marathonisi.
Kloster Anafonitria und die Bergdörfer
Das Kloster Anafonitria im Nordwesten stammt aus dem 15. Jahrhundert und hat einen wehrhaften Turm. Hier soll der Inselheilige Dionysios als Abt gelebt haben. Rund um Volimes und Kiliomeno liegen Bergdörfer mit Steinhäusern und Glockentürmen. In Volimes verkaufen Händler Honig, Olivenöl, Käse und Webwaren an der Straße.
Orte
Zakynthos-Stadt
Das Erdbeben von 1953 und der anschließende Brand zerstörten die venezianische Hauptstadt fast vollständig. Beim Wiederaufbau orientierte man sich am alten Stadtbild mit Arkaden. Am Solomos-Platz stehen das Museum für byzantinische Kunst und die Kirche Agios Nikolaos tou Molou, am benachbarten Markusplatz das Museum Solomos und Kalvos. Dionysios Solomos, der bekannteste Sohn der Insel, schrieb den Hymnus an die Freiheit, dessen erste Strophen die griechische Nationalhymne bilden. Am südlichen Ende des Hafens steht die Kirche Agios Dionysios mit den Reliquien des Schutzpatrons.
Bochali
Auf dem Hügel über der Stadt liegt der Ortsteil Bochali mit der venezianischen Festung und Tavernen mit Blick über Stadt und Hafen. Abends kommen viele Einheimische hierher.
Ferienorte
- Laganas: langer Sandstrand und der größte Partyort der Insel mit Clubs und Bars an der Hauptstraße.
- Kalamaki: ruhiger als Laganas, nah am Flughafen, Strand mit Schildkrötenschutzzone.
- Tsilivi und Alykes: Orte an der Nordostküste mit flachen Sandstränden, gut für Familien.
- Vasilikos-Halbinsel: grün und weniger bebaut, mit Stränden wie Banana Beach, Porto Roma und Gerakas.
Küche, Wein und Musik
Die Küche der Insel zeigt wie auf Korfu venezianischen Einfluss. Typische Spezialitäten:
- Ladotyri: harter Schafskäse, der in Olivenöl reift und dadurch lange haltbar bleibt.
- Sofigado: geschmortes Rind- oder Hahnenfleisch in Tomatensauce mit Zimt, meist zu Nudeln.
- Verdea: traditioneller Weißwein der Insel, kräftig und leicht oxidativ ausgebaut.
- Mandolato: Nougat mit Mandeln und Honig, in Zakynthos-Stadt in vielen Konditoreien.
Zur Kultur der Insel gehören die Kantades, mehrstimmige Lieder mit Gitarre und Mandoline, die aus der venezianischen Serenade entstanden sind. In Tavernen in Zakynthos-Stadt und in den Dörfern werden sie noch gesungen, oft gemeinsam mit den Arekia, spontanen Volksliedern der Insel.
Anreise und Reisezeit
Im Sommer fliegen viele Charterflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz direkt nach Zakynthos, im Winter geht es über Athen. Fähren verbinden die Insel mit Kyllini auf der Peloponnes, die Überfahrt dauert rund eine Stunde. Nach Kefalonia fährt im Sommer eine Fähre von Agios Nikolaos nach Pessada.
Die Saison reicht von Mai bis Oktober. Juli und August sind heiß und voll, Juni und September angenehmer. Im Winter regnet es viel, deshalb ist die Insel im Frühjahr sehr grün.
Häufige Fragen
Kann man am Navagio-Strand baden?
Nein. Wegen Felssturzgefahr sind Betreten, Baden und Anlegen bis Ende Oktober 2026 verboten. Möglich sind Bootsfahrten mit Abstand und der Blick von der Aussichtsplattform.
Wo sieht man auf Zakynthos Schildkröten?
Am ehesten bei Bootsfahrten in der Bucht von Laganas und rund um Marathonisi sowie im Hafen von Zakynthos-Stadt, wo Tiere manchmal nah an die Kaimauer kommen.
Welcher Ort ist gut für Familien?
Tsilivi, Alykes und Kalamaki haben flache Sandstrände und sind ruhiger als Laganas.
Wie komme ich zu den Blauen Grotten?
Mit dem Boot ab Agios Nikolaos im Norden oder vom Kap Skinari. Die Fahrt durch die Grotten dauert etwa eine Stunde.